Weltkirchenrat: Atomwaffen bedrohen „Heiligkeit des Lebens“

Abschaffung aller atomaren Waffen verlangt

Genf, 10. August 2010 (epd Ö) – Zum 65. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki hat der Weltkirchenrat (ÖRK) die Abschaffung aller atomaren Waffen verlangt. Regierungen und Zivilgesellschaft müssten die „Unverletzlichkeit und Heiligkeit des Lebens mit aller Entschlossenheit schützen“, erklärte der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Olav Fykse Tveit, in Genf. Das Gebot zum Schutz des Lebens finde sich bereits in der Bibel.

 

Am Ende des Zweiten Weltkrieges hatten die USA am 6. und 9. August 1945 zwei Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. Hunderttausende Menschen starben sofort und an den Folgen der Verstrahlung. Atombomben würden auch 65 Jahre nach ihrem ersten Einsatz die Menschheit bedrohen und einen dauerhaften Frieden gefährden, sagte Tveit. Als weitere Altlast sei die Welt seit 1945 zudem in zwei Lager geteilt: „In eine Handvoll Staaten, die auf das Recht bestehen, Massenvernichtungswaffen zu besitzen, und in die Mehrheit der Staaten, die darauf verzichten“, so der norwegische Theologe.

 

Der 1948 gegründete Ökumenische Rat der Kirchen mit Sitz in Genf verbindet 349 protestantische, orthodoxe, anglikanische und andere Kirchen in mehr als 110 Ländern. Die Römisch-katholische Kirche ist kein Mitglied, arbeitet aber mit dem Rat der Kirchen zusammen.

ISSN 2222-2464