Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen vor Gründung

Landessuperintendent Hennefeld: Zusammenschluss vereinigt Stärken beider reformierter Familien

Wien (epd Ö) – Bei der Weltversammlung reformierter Kirchen, die vom 18. bis 27. Juni in Grand  Rapids in Michigan (USA) stattfindet, werden sich die beiden bisher bestehenden weltumspannenden reformierten Organisationen, der Reformierte Weltbund und der Reformierte Ökumenische Rat, zu einer Gemeinschaft zusammenschließen. Diese neu gegründete Gemeinschaft wird dann 80 Millionen reformierte Christinnen und Christen aus 230 Kirchen in 107 Staaten umfassen.

Erwartet werden zu dieser historischen Versammlung etwa 1000 Delegierte, Gäste und freiwillige Helferinnen und Helfer. Eingeladen sind auch leitende Personen aus dem Vatikan, aus dem Ökumenischen Rat der Kirchen und aus anderen ökumenischen Organisationen. Aus Österreich werden der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld und die Theologin und Lehrvikarin Irmgard Langer teilnehmen. Das Treffen in den USA steht unter dem Motto „Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens“. Behandelt werden Themen wie reformierte Identität, christliche Einheit, Gerechtigkeit in Wirtschaft und Umwelt, Spiritualität, Mission, Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern oder Förderung und Ausbildung von Führungskräften.

Landessuperintendent Thomas Hennefeld zeigte sich im Vorfeld erfreut, dass die Evangelisch-reformierte Kirche mit der Auswahl der Delegierten sowohl der vorgesehenen Quotierung Mann-Frau als auch der Berücksichtigung von jungen Leuten Rechnung trage. Mit dem Zusammenschluss werden, so Hennefeld, „die Stärken beider reformierter Familien vereinigt“. Der Reformierte Ökumenische Rat habe sich dem konfessionellen Prozess des Reformierten Weltbundes mit der Erklärung von Accra zu wirtschaftlicher und ökologischer Gerechtigkeit grundsätzlich angeschlossen. Der Einsatz für globale Gerechtigkeit und die damit verbundene Absage an ausschließlich profitorientierte Wirtschaftssysteme bleibe „ganz oben auf der Tagesordnung“. Der Reformierte Ökumenische Rat werde eine stärkere theologische Reflexion und Spiritualität einbringen. Hennefeld: „Diese Synthese wesentlicher Elemente spiegelt sich in der Ausrichtung der Generalversammlung wider: Gerechtigkeit und Gemeinschaft.“ Von der neuen gemeinsamen Struktur erwartet sich der Landessuperintendent, „dass der konfessionelle Prozess voranschreitet und auch in der neuen Gemeinschaft die soziale Frage in den Mittelpunkt rückt“. Gleichzeitig hofft Hennefeld auf stärkere Verbindlichkeit: „Auch in theologischen Fragen soll es zu einem stärkeren Konsens kommen als bisher.“

ISSN 2222-2464