Weltgebetswoche lenkt Blick auf Flucht und Migration

Der ÖRKÖ-Gottesdienst zur Weltgebetswoche findet heuer in der Koptenkirche "Maria von Zeitoun" in Wien statt. Foto: wikimedia/Bwag/cc by sa 4.0
Der ÖRKÖ-Gottesdienst zur Weltgebetswoche findet heuer in der Koptenkirche "Maria von Zeitoun" in Wien statt. Foto: wikimedia/Bwag/cc by sa 4.0

ÖRKÖ-Spendenprojekt 2020 zugunsten benachteiligter indischer Frauen

Wien (epdÖ) – Von 18. bis 25. Jänner findet die internationale „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ statt. Während der Gebetswoche kommen weltweit Christinnen und Christen aus unterschiedlichen Konfessionen zusammen, um gemeinsam für die Einheit der Christenheit zu beten. Inhaltlich ist die Gebetswoche heuer besonders Flucht und Migration gewidmet. Das internationale Leitthema der Woche ist dem biblischen Buch der Apostelgeschichte entnommen: „Sie waren uns gegenüber ungewöhnlich freundlich.“ Es bezieht sich darauf, wie der Apostel Paulus und seine Mitreisenden Schiffbruch auf Malta erleiden. Die Schiffbrüchigen werden von der einheimischen Bevölkerung gastfreundlich aufgenommen und versorgt.

Die Texte für die Gebetswoche kommen heuer aus Malta. Die römisch-katholische Bischofskonferenz hat sie in Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen in Malta erarbeitet. Die maltesischen Christen sehen in dieser Geschichte die Wurzeln des christlichen Glaubens und der christlichen Gemeinde auf ihrer Insel. Daran wird jedes Jahr am 10. Jänner mit einem eigenen Festtag erinnert.

Das Beispiel aus der Apostelgeschichte mache deutlich, „wie aus einer zufälligen Begegnung Gemeinschaft entstehen kann“, heißt es und weiter: „Gemeinschaft über Grenzen hinweg mindert Not.“ Die Kirchen würden sich in der Pflicht sehen, solche Gemeinschaft zu fördern. Dies werde ihnen umso mehr gelingen, je mehr sie auch untereinander Gemeinschaft pflegen und Versöhnung suchen.

Veranstaltungen in Österreich

In Österreich sind in den acht Tagen vom 18. bis 25. Jänner – und auch noch danach – zahlreiche Veranstaltungen in allen Diözesen vorgesehen. Der traditionelle zentrale Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) zur Weltgebetswoche findet am Donnerstag, 23. Jänner, um 18 Uhr in der koptischen Kirche „Maria von Zeitoun“ (Quadenstraße 4, 1220 Wien) statt. Die Predigt bei dem Gottesdienst, den der ÖRKÖ seit 1959 jährlich veranstaltet, hält heuer der anglikanische Kanonikus Patrick Curran.

Am Dienstag, 21. Jänner, findet um 18 Uhr in der evangelischen Matthäuskirche in Salzburg (Martin-Luther-Platz 1) ein ökumenischer Gottesdienst statt, an dem u.a. Erzbischof Franz Lackner und Superintendent Oliver Dantine teilnehmen.

In Linz lädt das Forum der christlichen Kirchen in Oberösterreich am Donnerstag, 18. Jänner, um 18.30 Uhr, zum Gottesdienst in der Gebetswoche in den Mariendom (Herrenstraße 26) ein.

Der traditionelle Ökumenische Empfang von Kardinal Christoph Schönborn findet heuer am Dienstag, 21. Jänner, im Wiener Priesterseminar (Bolzmanngasse 7-9, 1090 Wien) statt. Um 17 Uhr wird in der Kirche des Priesterseminars eine Vesper im byzantinischen Ritus gefeiert, im Anschluss beginnt der eigentliche Empfang.

Bildungs- und Trainingsprogramme unterstützen Frauen in Indien

Die Spenden in den zahlreichen Gottesdiensten der Weltgebetswoche gehen heuer an benachteiligte Frauen in Indien. Konkret geht es um den indischen Bundesstaat Gujarat, wo Ordensfrauen (Dominican Missionary Sisters of the Rosary) sich seit 1954 in der Millionenstadt Ahmedabad vorwiegend um arme Frauen und Kinder kümmern. Mithilfe der Bildungs- und Trainingsprogramme der Ordensfrauen erhielten die Frauen das nötige Wissen und praktische Fähigkeiten, ein eigenes Einkommen zu erzielen, um unabhängig und selbstbewusst ihr Leben gestalten zu können. Durch die bessere Position würden die Frauen in die Lage gebracht, zu einer positiven Veränderung in ihren Familien und in der Gesellschaft beizutragen.

Die Ursprünge der Weltgebetswoche gehen bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück. Seit 1968 werden die Themen und Texte für die Gebetswoche vom Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen und dem weltweiten Ökumenischen Rat der Kirchen (Weltkirchenrat, WKR) veröffentlicht.

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ISSN 2222-2464