Weltgebetstag: Frauen aus Simbabwe fordern „Steh auf und geh!“

Das Titelbild zum Weltgebetstag gestaltete die Künstlerin Nonhlanhla Mathe aus Simbabwe. Foto: WGT
Das Titelbild zum Weltgebetstag gestaltete die Künstlerin Nonhlanhla Mathe aus Simbabwe. Foto: WGT

Zahlreiche Gottesdienste und Veranstaltungen am 6. März

Wien (epdÖ) – Der Ökumenische Weltgebetstag der Frauen widmet sich heuer am Freitag, 6. März, dem Schwerpunktland Simbabwe. Leitmotiv des von Frauen aus dem südafrikanischen Staat zusammengestellten Programms aus Gebeten, Texten und Liedern ist die Aufforderung „Steh auf und geh!“ aus der Begegnung Jesu mit einem Kranken im Johannesevangelium. „Die Aufforderung, sich von starrem, ausweglos erscheinenden Verhalten zu lösen und engagiert sich für Verbesserungen in verschiedenen Bereichen einzusetzen, trifft jede und jeden von uns“, schreiben die Verantwortlichen des österreichischen ökumenischen Nationalkomitees in einer Aussendung im Vorfeld des Weltgebetstages. „Steh auf und geh!“ sei „Motivation für alle, die mutlos geworden sind angesichts der auf verschiedenen Gebieten ungewissen Zukunft“.

Schwerpunktland Simbabwe: Zwischen Gewalt und Hyperinflation

Das 16-Millionen-Einwohner-Land Simbabwe hat in den vergangenen Jahren eine bewegte Geschichte aufzuweisen. Jahrzehntelang regierte der 2019 verstorbene Robert Mugabe das Land. Für manche eine „Ikone der Freiheit“, sehen andere in ihm einen der „schlimmsten Anführer, die Afrika je hatte“. Gewalt, Korruption aber auch die Enteignung von Großfarmen durch eine Landreform führten unter Mugabe zu einem wirtschaftlichen Zusammenbruch, Hyperinflation und extremer Armut für die Mehrheit der Bevölkerung. Die schlechte Wirtschaftslage hat sich unter dem neuen Präsident Emmerson Mnangagwa nicht verbessert. Überteuerte Lebensmittel, Benzinpreise in unermesslichen Höhen und neuerlich steigende Inflation sind für die Menschen Alltag.

Die Situation verstärkt auch die Benachteiligungen für Frauen in dem Land mit einer traditionell patriarchalen Ordnung, die Frauen und Mädchen soziale, wirtschaftliche und politische Teilhabe weitgehend verwehrt. Mit den Kollekten am Weltgebetstag gefördert werden u.a. das „Creative Centre for Communication and Development (CCCD)“ in Bulawayo, das Frauen und Mädchen beim Erlangen von Medienkompetenzen unterstützt, oder die Jugendorganisation „Youth Empowerment and Transformation Trust (YETT)“, die insbesondere Frauen und Mädchen Teilhabe ermöglichen will.

Erstmals Gottesdienst im Stephansdom

Erstmals gibt es heuer zum Weltgebetstag einen Gottesdienst im Wiener Stephansdom. Evangelische Gemeinden laden unter anderem in Bad Vöslau, Leonding, der Salzburger Matthäuskirche oder Kufstein ein. Eine vollständige Auflistung aller Gottesdienste findet sich auf der Website des Weltgebetstags unter www.weltgebetstag.at. Mit den Kollekten werden Hilfsprojekte in vielen Ländern der Erde unterstützt, die Frauen und Kindern ein besseres Leben ermöglichen.

Zur Geschichte des Weltgebetstags

Der Weltgebetstag der Frauen, der jeweils am ersten Freitag im März begangen wird, ist die größte ökumenische Basisbewegung von Christinnen. Seine Wurzeln liegen in der Weltmissionsbewegung des 19. Jahrhunderts in Amerika, in deren Rahmen eine eigenständige Frauenbewegung entstand. Am 4. März 1927 fand erstmals eine über die USA hinausgehende multinationale Feier des Ökumenischen Weltgebetstags der Frauen statt. Ab 1949 begeisterten sich auch in Österreich evangelische und altkatholische Frauen für den Weltgebetstag. 1957 wurde der erste ökumenische Gottesdienst zum Weltgebetstag in der Wiener Lutherischen Stadtkirche gefeiert. Heute wird der Weltgebetstag in Österreich von Frauenorganisationen christlicher Kirchen und Gemeinschaften getragen, die sich bereits 1975 im „Ökumenischen Nationalkomitee Österreich“ zusammengeschlossen haben. Sie gehören der Altkatholischen, Anglikanischen, Lutherischen, Reformierten, Methodistischen und Katholischen Kirche sowie den Baptisten an. Alle Informationen unter: www.weltgebetstag.at

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ISSN 2222-2464