Weltgebetstag der Frauen

Texte wurden heuer von rumänischen Christinnen erstellt

Wien, 27. Februar 2002 (epd Ö) „Zur Versöhnung herausgefordert“ lautet das Motto des diesjährigen „Weltgebetstags der Frauen“ am kommenden Freitag, 1. März. Der ökumenische Weltgebetstag wird in mehr als 170 Ländern begangen, die Gebetstexte werden jedes Jahr von Christinnen aus einem anderen Land vorbereitet. Heuer wurden die Texte von rumänischen Christinnen unterschiedlicher Konfession erstellt. Neben dem gemeinsamen Gebet steht die konkrete Hilfe im Mittelpunkt des Weltgebetstages. So wird bei den ökumenischen Wortgottesdiensten für die Finanzierung von Hilfsprojekten gesammelt. Im Vorjahr brachte die Kollekte des Weltgebetstages österreichweit mehr als 149.000 Euro (etwa zwei Millionen Schilling) ein. Mit dem Geld wurden Projekte für Frauen und Kinder in 13 verschiedenen Ländern, wie zum Beispiel in Samoa, Nicaragua, Indien, Madagaskar, Mazedonien, Slowakei, aber auch in Österreich finanziert.

Rumänien, das Land, dem der diesjährige Weltgebetstag gewidmet ist, kämpft seit der „Wende“ mit großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die hohe Arbeitslosigkeit treibt Frauen und Männer im erwerbsfähigen Alter in die Stadt oder überhaupt ins Ausland, zurück bleiben alte Menschen und Kinder. Der soziale Zusammenhalt wird brüchig, Nachbarschaftshilfe ist nicht mehr selbstverständlich.

Der „Weltgebetstag der Frauen“ ist eine ökumenische Bewegung in rund 180 Ländern der Welt. Seine Anfänge gehen auf das Jahr 1887 in den USA zurück. Die zunächst auf Nordamerika beschränkte Gebetsbewegung breitete sich in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts nach Europa und Australien aus. Zum europäischen Durchbruch kam es nach 1945. In Österreich fanden die ersten ökumenischen Gottesdienste der Frauen im Jahr 1952 statt. Anlässlich des Gebetstages informieren sich die Frauen weltweit über das Land, aus dem die liturgischen Texte kommen. Symbol des Weltgebetstages ist ein aus dem irischen Hochkreuz entwickeltes Zeichen, das Menschen darstellt, die aus allen Himmelsrichtungen zusammenkommen und im Gebet weltweit verbunden sind.

ISSN 2222-2464