Weltgebetstag der Frauen: Ägypten im Zentrum

Der Weltgebetstag 2014 steht unter dem Motto "Ströme in der Wüste". (Ausschnitt vom Titelbild zum WGT 2014, Wasserströme in der Wüste, Souad Abdelrasoul/ Ägypten, © WGT e.V.;Deutschland)
Der Weltgebetstag 2014 steht unter dem Motto "Ströme in der Wüste". (Ausschnitt vom Titelbild zum WGT 2014, Wasserströme in der Wüste, Souad Abdelrasoul/ Ägypten, © WGT e.V.;Deutschland)

In 170 Ländern beten Frauen unter dem Motto: „Ströme in der Wüste“

Wien (epdÖ) – Der diesjährige Weltgebetstag (WGT) der Frauen am 7. März 2014 lenkt den Blick auf Ägypten. Dort seien Frauen unterdrückt wie kaum sonst irgendwo auf der Welt, heißt es in der Ankündigung für die weltweite ökumenische Initiative, die heuer unter dem Motto „Ströme in der Wüste“ steht. In mehr als 170 Ländern der Erde beten alle teilnehmenden Christinnen eine Liturgie, die ein ökumenisches Frauenteam in Ägypten für das Jahr 2014 ausgearbeitet hat; auch in Österreich werde der Weltgebetstag wieder in zirka 400 Kirchengemeinden begangen, heißt es in einer Aussendung des heimischen WGT-Nationalkomitees.

Laut einer Studie, die Kriterien wie Gewalt gegen Frauen, Fortpflanzungsrechte, die Stellung der Frauen in der Familie und die Rolle der Frauen in Politik und Wirtschaft beachtet, ist die Situation ägyptischer Frauen auch im Vergleich mit anderen muslimisch dominierten Ländern besonders prekär. Zuletzt habe vor allem die sexuelle Gewalt in dem Krisenstaat stark zugenommen. Hinzu komme die zweithöchste Rate an Genitalverstümmelungen weltweit: 91 Prozent der weiblichen Bevölkerung würden beschnitten.

Die ägyptischen Frauen, die die WGT-Liturgie verfassten, seien von der Hoffnung auf den „arabischen Frühling“ erfüllt gewesen – und inzwischen enttäuscht worden, heißt es in der Ankündigung. Jetzt wüssten sie sich verbunden mit der Gemeinschaft des Weltgebetstages, die von Österreich aus auch mittels eines Hilfsprojekts unterstützen will: Mit Hilfe von Know-how der Caritas Salzburg wird Mädchen im Armenviertel Haggana, wo 500.000 Menschen unter ärmlichsten Bedingungen leben, eine Ausbildung in der Schule der Barmherzigen Schwestern ermöglicht.

Der Weltgebetstag, der jeweils am ersten Freitag im März begangen wird, ist die größte ökumenische Basisbewegung von Christinnen. Seine Wurzeln liegen in der Weltmissionsbewegung des 19. Jahrhunderts in Amerika, in deren Rahmen eine eigenständige Frauenbewegung entstand. Am 4. März 1927 fand erstmals eine über die USA hinausgehende multinationale Feier des Ökumenischen Weltgebetstags der Frauen statt. Ab 1949 begeisterten sich auch in Österreich evangelische und altkatholische Frauen für den Weltgebetstag. 1957 wurde der erste ökumenische Gottesdienst zum Weltgebetstag in der Wiener Lutherischen Stadtkirche gefeiert. Ab 1971 waren auch römisch-katholische Frauen offiziell in der Weltgebetstagsbewegung vertreten.

ISSN 2222-2464