Welt-Aids-Konferenz: Kirchen und Religionsgemeinschaften veranstalten Vorkonferenz

Sturm: Substanzieller Beitrag im Kampf gegen HIV/Aids – Website www.aids2010.at online

Wien (epd Ö) – Einen Tag vor der Eröffnung der XVIII. Welt-Aids-Konferenz laden die Kirchen und Religionsgemeinschaften am 17. Juli in Wien zu einer internationalen Vorkonferenz. Damit wollen die Veranstalter religiös motivierte Antworten auf die Themen der Welt-Aids-Konferenz geben. „Rechte hier und jetzt. Was hat Glaube damit zu tun?“ – so lautet der Titel der Tagung, zu der rund 200 Delegierte, ExpertInnen und AktivistInnen der großen Weltreligionen in der Technischen Universität in Wien erwartet werden. Veranstaltet wird die Vorkonferenz von der Ecumenical Advocacy Alliance („Ökumenische Anwaltschafts-Allianz“) mit Sitz im Ökumenischen Zentrum in Genf.

„Diese Allianz ist ein internationales Netzwerk von Kirchen und kirchennahen Verbänden verschiedener Konfessionen, die zu gemeinsamen Anliegen Kampagnen durchführen“, erläutert Jochen Kramm von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) den besonderen Netzwerkcharakter der Vorkonferenz. In Österreich führt der Ökumenische Rat der Kirchen den Vorsitz in einem lokalen Vorbereitungskomitee für die Vorkonferenz. Im Lokalkomitee arbeiten die Evangelisch-lutherische und die Evangelisch-reformierte Kirche, die Römisch-katholische Kirche, die Altkatholische Kirche und der Evangelische Arbeitskreis für Weltmission, die Islamische und die Buddhistische Glaubensgemeinschaft sowie World Vision Österreich mit.

„Wir erleben in dem Team eine große Ungeduld und zugleich Hoffnung auf einen substanziellen Beitrag der Kirchen und Religionsgemeinschaften zur Bekämpfung von HIV/Aids“, so der frühere evangelisch-lutherische Bischof Herwig Sturm, der den Vorsitz im österreichischen Lokalkomitee führt.

Ein Hauptthema der Welt-Aids-Konferenz lautet „Universal Access“ und erinnert an ein Versprechen der G8-Nationen auf ihrem Gipfeltreffen von 2005, dass die reichen Industrienationen bis 2010 allen Menschen, die es brauchen, Zugang zu einer Therapie verschaffen werden. Bis heute wurde das nur für ein Drittel der Betroffenen erreicht, betont Kramm. Daher wird sich die Vorkonferenz am 17. Juli damit befassen, wie sich die verschiedenen Glaubensgemeinschaften für einen gleichberechtigten Zugang zu Prävention, Behandlung und Unterstützung einsetzen können.

Als Referenten bei der Vorkonferenz der Glaubensgemeinschaften haben unter anderen Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Nyaradazayi Gumbonzvanda, Generalsekretärin der Young Women Christian Association (YWCA), Hany El Banna, Geschäftsführer des „Humanitarian Forum“, der weltweit größten muslimischen Hilfsorganisation, und Prudence Mabele, Direktorin des internationalen Netzwerks HIV-positiver Frauen, zugesagt. Auch Michel Sidibe, Direktor von UNAIDS, wird erwartet.

Der Nachmittag des 17. Juli wird sich der Suche nach den spirituellen Wurzeln widmen, die es ermöglichen, Stigma und Diskriminierung von HIV-Positiven zu überwinden. In thematischen Arbeitsgruppen im Anschluss an die Podiumsdiskussionen haben die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, mit den Vortragenden ihre eigenen Erfahrungen im Umgang mit Aids und HIV-Kranken auszutauschen. Als Abschluss der Konferenz wird ein Gebet der Religionen auf dem Karlsplatz stattfinden. Repräsentantinnen und Repräsentanten verschiedener Glaubensgemeinschaften werden Texte aus ihren Heiligen Schriften zum Thema „Krankheit und Leid“ lesen und auslegen.

Zur Welt-Aids-Konferenz „AIDS 2010 – Rechte hier und jetzt“ vom 18. bis 23. Juli werden rund 25.000 TeilnehmerInnen erwartet.

Nähere Informationen zum Programm der Vorkonferenz der Glaubensgemeinschaften bietet die Website des Lokalkomitees unter: www.aids2010.at. Anmeldung und Registrierung zur Vorkonferenz unter www.e-alliance.ch/en/s/hivaids/iac2010/

ISSN 2222-2464