Weiland: Fassungslos vor grenzenlosem Leid

Fernsehgottesdienst in Waidhofen/Thaya thematisiert auch Flutkatastrophe

Waidhofen/Thaya (epd Ö) – “Wir können nicht beten und feiern, ohne an die Flutkatastrophe in Südostasien zu denken. Vor diesem grenzenlosen Leid stehen wir fassungslos und mit Unverständnis”, sagte Superintendent Mag. Paul Weiland in dem Fernsehgottesdienst am 2. Jänner in Waidhofen/Thaya aus der Kirche der frohen Botschaft. “Diese Barriere kann nur durch grenzenlose Solidarität und mit Glauben überwunden werden.”

In seiner Predigt betonte Weiland, eingehend auf die Katastrophe in Südostasien: “Gott kann versöhnen. Nicht nur schuldig gewordene Menschen. Auch Menschen, die in Trauer und Leid gefangen sind. Gerade auch Sie, wenn Sie jetzt zu den Angehörigen der Opfer oder zu den Verletzten gehören.” Die Flutkatastrophe habe neben allem persönlichen Leid auch ein anderes Unrecht ins Bewusstsein gebracht: Die Regionen der Katastrophe seien beliebte Urlaubsziele, aber unterentwickelte Gebiete. Dort gebe es eben kein Frühwarnsystem und für das Wenige nicht einmal ausreichenden Versicherungsschutz. Der Gott, der in der heiligen Nacht mitten in diese zerrissene und unfertige Welt hineingeboren worden sei, “neu geworden ist, um ganz dabei zu sein und um uns zu begleiten, uns aufzurichten, wenn wir fallen, zu ermutigen, wenn wir keine Lösungen wissen, der sagt uns: Alles kann neu werden, menschlicher, gerechter, friedlicher, getröstet.” Die Zukunft gehöre nicht dem Gegeneinander oder gar der Vergeltung, sondern der Versöhnung.

Weiland: “Menschliche Worte und menschliche Hilfe können trösten und helfen weiter. Gott aber kann aus der Ausweglosigkeit und dem Ende Neues schaffen. Neue Kraft. Neuen Mut.”

Ökumenische Gedenkfeiern

Zu einem ökumenischen Gebetsgottesdienst für die Opfer der Flutkatastrophe in Südostasien lädt das Ökumenische Forum der christlichen Kirchen in der Steiermark ein. Der Gottesdienst findet am Mittwoch, 5. Jänner, um 19 Uhr im Grazer Dom statt.

Eine interreligiöse Gedenkfeier im Redoutensaal der Wiener Hofburg ist für Mittwoch, den 19. Jänner, um 15 Uhr geplant.

ISSN 2222-2464