„Weg der Hoffnung“ gegen Krise

Interreligiöse und ökumenische Basisinitiative für „Renaissance der Spiritualität und Solidarität“

Schulmeister: Aussprechen, was ist

Schon jetzt wird die Initiative von über 40 prominenten Persönlichkeiten aus den verschiedensten Bereichen unterstützt. Gegen eine „wir wollen es ja gar nicht so genau wissen“-Mentalität wandte sich bei der Pressekonferenz der Publizist Paul Schulmeister. Vielmehr gehe es darum, endlich „auszusprechen, was ist“. Hilfloser Aktionismus unter dem Motto „nur keine Panik“ verschärfe die Krise nur. Das boomende „Kastastrophengewerbe“ empfindet Schulmeister „ebenso abstoßend wie die Schönfärber vom Dienst“. Der gesamte Globus stecke in einer „unentrinnbaren Notwendigkeit“ einer grundlegenden Verhaltensänderung. Es brauche mehr und nicht weniger Europa. Allerdings ein Europa, „dessen Mitglieder nicht nur an sich selbst denken, sondern Weltverantwortung wahrnehmen“. „Wann, wenn nicht jetzt, ist die Zeit zum Gegensteuern gekommen?“, fragte der Journalist und langjährige ORF-Korrespondent. Gefragt seien Politiker, „die fähig sind zur Inspiration von Change and Hope, und die bereit sind, reinen Wein einzuschenken“.

Sturm: Ballast abwerfen

„Pfingsterfahrung“ bedeute, dass Menschen „aus Verzweiflung neu zusammenfinden, weil ein neuer Geist ihnen Gemeinschaft schenkt“, sagte der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Altbischof Herwig Sturm, bei der Präsentation der Initiative. Kirchen könnten diese Erfahrung in die Gesellschaft einbringen. Dabei müsse allerdings auch gefragt werden, „was die Gesellschaft an Ballast abwerfen kann“, um die nötigen Veränderungen zu gestalten. Den Kirchen gelinge es inzwischen, über „Grenzen und Vorurteile hinwegzuschauen“. „Das wünsche ich mir auch für die Gesellschaft“, bekräftigte der Altbischof. Gerade zum Thema Migration hätten Kirchen „viel beizutragen“. Letztlich gehe es darum, „das Teilen des Brotes so zu leben, dass wir aus der Krise herauskommen und einen Lebensstil lernen, der das Licht des Tages nicht scheuen muss“, so Sturm.

Statt Profit und Machtgier die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, forderte Hildegard Goss-Mayr vom Internationalen Versöhnungsbund. Beim „Weg der Hoffnung“ gehe es um eine „neue Sicht des Menschen und der Gesellschaft“ ebenso wie um das Mitarbeiten in globalen Netzwerken, die eine „geschwisterliche Welt aufbauen“ wollen. Wie Goss-Mayr unterstrich auch Ani Tenzin Drölma, Leiterin des Buddhistischen Zentrums Graz, dass der „Weg der Hoffnung bei jedem von uns beginnt“. Wesentliche Veränderung könne nur in einem selbst passieren. Die Religionen seien aufgerufen zu einem „Dialog für eine bessere Zukunft auf dieser Welt“. Dabei sollten Gemeinsamkeiten gesucht werden, „statt sich in Unterschieden zu verlieren“, meinte Tenzin Drölma.

Die Anmeldung zum „Weg der Hoffnung“ ist in den nächsten beiden Monaten unter www.wayofhope.info möglich.

ISSN 2222-2464