Wahlkampf: Evangelischer Einspruch

Gegen ausgrenzende und verhöhnende Aussagen – Mahnung zu Respekt und Anstand – Erklärung der Evangelischen Kirche A.u.H.B. in Österreich

Wien (epd Ö) – Im aktuellen Wahlkampf mahnt die Evangelische Kirche „Respekt“ ein und wendet sich gegen ausgrenzende und verhöhnende Aussagen. In einer Erklärung vom 5. September verurteilt der Evangelische Oberkirchenrat A.u.H.B. „plakative Aussagen, die von kollektivem Egoismus, nationalistischen Ressentiments und von Fremdenfeindlichkeit bestimmt sind“.

Die Erklärung hat folgenden Wortlaut:

„Die Evangelische Kirche in Österreich verurteilt plakative Aussagen, die von kollektivem Egoismus, nationalistischen Ressentiments und von Fremdenfeindlichkeit bestimmt sind.

Wählerinnen und Wähler sind kritisch. Sie wissen, dass Wahlkämpfe durch Abgrenzungen der politischen Parteien geprägt sind; sie können die Übertreibungen, Versprechungen, Ankündigungen und Beschimpfungen erkennen und bewerten. Wenn aber Wahlkampfäußerungen ausgrenzen und das Leid anderer verhöhnen, statt im politischen Wettkampf der Parteien um die bessere Politik für Österreich Lösungen zur Diskussion zu stellen, dann ist es angebracht, Einspruch zu erheben.

Die Wählerinnen und Wähler sollen wissen, dass Kirchen auch im Wahlkampf Respekt einmahnen. Unabhängig davon, ob Fairnessabkommen zustande kommen oder nicht, ist es wichtig, dass sie nicht nur eine Beschränkung der Wahlkampfkosten und korrekte Umgangsformen zwischen den wahlwerbenden Politikern einfordern. Wir fordern von den wahlwerbenden Parteien richtige Informationen und Anstand gegenüber den Fremden, den Volksgruppen im Lande sowie allen Bürgerinnen und Bürgern.“

ISSN 2222-2464