Wahljahr 2005: Im Oktober sind Gemeindevertretungswahlen

Sturm: Konkrete Umsetzung vom „Priestertum aller Gläubigen“

Wien (epd Ö) – „Die Wahlen in unserer Kirche sind die konkrete Umsetzung von Luthers Satz des Priestertums aller Gläubigen“, sagte Bischof Mag. Herwig Sturm in einem Gespräch mit der evangelischen Kirchenzeitung „SAAT“. „Wenn im Oktober die Gemeindervertretungswahlen beginnen, dann wählt die Gemeinde als Volk Gottes ihre Verantwortlichen und VertreterInnen. Darin zeigt sich das Vertrauen, das Gott mit seinem Wort und seinem Geist seine Kirche leitet.“ Er sei „stolz“, so der Bischof, auf das „mühsam erkämpfte Recht in unserer Kirche, alle Ämter wählen zu können“.

Von der Gemeindevertretung bis zur Synode gewählt werden im Oktober zunächst die Gemeindevertretungen, die etwa den Haushaltsplan der Pfarrgemeinde genehmigen und ihren Rechnungsabschluss verantworten. Auch kümmert sich die Gemeindevertretung um die Personalangelegenheiten der Pfarrgemeinde. Die Gemeindevertretung wählt aus ihrer Mitte die PresbyterInnen. Das Presbyterium bestimmt gemeinsam mit dem Pfarrer/der Pfarrerin zum Beispiel die Gottesdienstzeiten und Gottesdienstorte und hat die „Mitverantwortung und Mitarbeit mit dem Pfarrer/der Pfarrerin in der Pflege und Förderung christlichen Lebens“, wie es die Kirchenverfassung formuliert. Das Presbyterium wählt den Kurator oder die Kuratorin. Die Presbyterien wählen auch ihre weltlichen Abgeordneten zur Superintendentialversammlung. Die Superintendentialversammlung nun wählt beispielsweise den/die Superintendentin, vergleichbar wie die Synode den Bischof, die Bischöfin wählt, oder etwa den/die LandeskirchenkuratorIn. Die Mitglieder der Superintendentialversammlung wählen aus ihrer Mitte auch eine/n SuperintententialkuratorIn. Aus der Superintendentialversammlung werden dann Abgeordnete für die Synode A.B. beziehungsweise die Synode A. und H.B. gewählt. Die Synode entscheidet unter anderem „über Fragen der kirchlichen Lehre und der gottesdienstlichen Ordnung“. Die Synode ist das „Parlament“ der Evangelischen Kirche A.B.

ISSN 2222-2464