Vor Weltgipfel in Johannesburg

Chef des UN-Umweltprogramms Töpfer mahnt Verantwortung der Industriestaaten für Klimawandel an

Berlin, 14. August 2002 (epd) Angesichts der zunehmenden Naturkatastrophen als Folge des Klimawandels hat der Chef des UN-Umweltprogramms (UNEP), Klaus Töpfer, die Industriestaaten zur Übernahme von mehr Verantwortung aufgefordert. Ein sparsamerer Umgang mit Energie und die Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien seien unbedingt notwendig, sagte Töpfer am Dienstag im DeutschlandRadio Berlin. Dass die jüngsten Wetterkatastrophen von Menschen mitverschuldet seien, könne nicht mehr angezweifelt werden. Gegen diese Entwicklung „müssen wir massiv angehen“. Afrika verursache mit 14 Prozent der Weltbevölkerung nur 3,2 Prozent der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen. Aber gerade dort seien die Folgen des Klimawandels schon sehr deutlich zu spüren, so der ehemalige deutsche Umweltminister. Töpfer warnte zudem vor zu hohen Erwartungen an den Weltgipfel in Johannesburg, der Ende August beginnt. Er rechne zwar nicht mit einem Scheitern des Gipfels, „aber wir werden sicherlich nicht überall ganz glücklich sein.“ Die Welt lasse sich nicht mit einer Konferenz alleine bewältigen.

ISSN 2222-2464