Vor 275 Jahren begann die Zwangsumsiedlung Evangelischer nach Siebenbürgen

Das Evangelische Bildungswerk Oberösterreich und die Ortsgemeinde in Bad Goisern laden zu Gedenkveranstaltungen

Bad Goisern (epd Ö) – Zum Gedenken an die Zwangsumsiedlung von 47 lutherischen Familien aus dem Salzkammergut, vorwiegend aus Bad Goisern, nach Siebenbürgen in der Nacht vom 4. auf den 5. Juli 1734, finden von Freitag, 3., bis Sonntag, 5. Juli, in Bad Goisern Veranstaltungen statt, zu denen das Evangelische Bildungswerk Oberösterreich und die Gemeinde Bad Goisern alle Nachkommen der „Landler“ genannten Betroffenen und Freunde einlädt. Die Feierlichkeiten anlässlich des Beginns der Transmigration vor 275 Jahren haben das Motto „Zukunft braucht Erinnerung 1734-2009“. Höhepunkt ist am Samstag ein Festgottesdienst im Kurpark von Bad Goisern mit dem oberösterreichischen Superintendenten Gerold Lehner und eine Festveranstaltung, die von siebenbürgischen und oberösterreichischen Gruppen musikalisch gestaltet wird. Bei einer Festveranstaltung am Freitag in der Evangelischen Kirche in Bad Goisern hält Bischof Michael Bünker den Festvortrag, geboten werden auch ein Festumzug sowie eine Abendveranstaltung mit Blasmusik. Eine Wanderung auf dem „Weg des Buches“ oder dem „Toleranzweg“ sowie die Möglichkeit von Gottesdienstbesuchen in Bad Goisern, Hallstatt oder Gosau und von Besichtigungen des Heimat- und Landlermuseums Bad Goisern oder des Evangelischen Museums Oberösterreich in Rutzenmoos, wo eine Sonderausstellung zum Thema „Landler“ gezeigt wird, beschließen am Sonntag die Festlichkeiten. Die Zwangsumsiedlung der Familien vor 275 Jahren war der Beginn einer mehr als vierzig Jahre dauernden, später auch andere Gebiete der österreichischen Monarchie umfassenden Umsiedlungsaktion aus Glaubensgründen. Die zwangsumgesiedelten Familien fanden in Neppendorf, Großau und anderen Orten Siebenbürgens eine neue Heimat. Heute lebt nur noch ein kleiner Teil der Nachkommen der „Landler“ in Siebenbürgen.

ISSN 2222-2464