Vor 100 Jahren starb der Geologe Eduard Suess

Eine Büste beim Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz in Wien erinnert an den evangelischen Geologen Eduard Suess. (Foto: Wikipedia/Herbert Ortner)
Eine Büste beim Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz in Wien erinnert an den evangelischen Geologen Eduard Suess. (Foto: Wikipedia/Herbert Ortner)

Bünker: „An Suess zeigt sich prägende Kraft des Protestantismus“

Wien (epdÖ) – Er gilt als einer der größten Geologen des vergangenen Jahrhunderts, als Experte für den tektonischen Bau der Alpen sowie als Entdecker des ehemaligen Superkontinents Gondwana und des verschwundenen Urozeans Tethys: Eduard Suess. Am 26. April jährt sich der Todestag des österreichischen protestantischen Wissenschaftlers zum 100. Mal.

Suess wurde am 20. August 1831 in London geboren. Als dreijähriges Kind zog er gemeinsam mit seinen Eltern zuerst nach Prag, ehe er 1844 nach Wien kam. Schon früh interessierte sich Suess für Geologie, bereits mit 19 Jahren veröffentlichte er seine erste wissenschaftliche Schrift über die Geologie von Karlsbad. 1856 wurde er an der Universität Wien zuerst Professor für Paläontologie, ab 1861 für Geologie. Viele seiner bahnbrechenden Thesen aus der damaligen Zeit haben noch heute Gültigkeit.

Neben seiner Tätigkeit als Wissenschaftler war er auch politisch höchst aktiv. In seiner politischen Schaffensphase setzte er Initiativen, von denen die Wiener Bevölkerung noch heute profitiert: Er betrieb die Donauregulierung bei Wien und verantwortete den Bau der Ersten Wiener Hochquellenwasserleitung.

Von 1898 bis 1911 war Suess darüber hinaus Präsident der Akademie der Wissenschaften in Wien. Eduard Suess wurde am Evangelischen Friedhof in Matzleinsdorf beerdigt. Eine Büste beim Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz in Wien erinnert an den großen evangelischen Wissenschaftler.

„An der Person Eduard Suess‘ zeigt sich die prägende Kraft des Protestantismus“, würdigt Bischof Michael Bünker den Geologen. „Er war ein herausragender Wissenschaftler, der seine Fähigkeiten in den Dienst der Allgemeinheit stellte, sich politisch engagierte und für die Bildung – mit der Umsetzung des Reichsvolksschulgesetzes – eintrat. Mit seinem Einsatz für die Versorgung Wiens mit Hochquellwasser hat er umgesetzt, was Christinnen und Christen aufgetragen ist: ‚Suchet der Stadt Bestes!‘ (Jeremia 29,7).“

ISSN 2222-2464