Villach wird zu einer „Reformationsstadt Europas“

Sicht auf Villach (Foto: Roland Ster/wikimedia)
Sicht auf Villach (Foto: Roland Ster/wikimedia)

Großes Interesse am GEKE-Projekt für Jubiläumsjahr 2017

Wien (epdÖ) – Mit Villach und der elsässischen Hauptstadt Straßburg/Strasbourg wurden Orte aus zwei weiteren Ländern „Reformationsstädte Europas“. Das Label, das von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) im Hinblick auf das 500. Jubiläum der Reformation vergeben wird, ist damit im ersten Jahr der Ausschreibung bereits in fünf europäischen Ländern angekommen. „Wir bearbeiten derzeit 26 konkrete Ansuchen von Städten aus zwölf Ländern“, erklärt GEKE-Generalsekretär Bischof Michael Bünker, „und sind mit insgesamt mehr als 50 Städten in Verbindung. Das Städteprojekt der GEKE wird die europäische Dimension der Reformation in vielfältiger Weise illustrieren, wie die Beispiele Straßburg und Villach zeigen.“

Die Stadt Villach in Kärnten mit ihrer Lage im Grenzgebiet von Österreich, Slowenien und Italien war ein Zentrum der frühreformatorischen Bewegung. Sie hatte eine Schlüsselstellung für die Ausstrahlung der Reformation in die angrenzenden Kulturräume. Der Kärntner Superintendent Manfred Sauer und die Stadt arbeiten gemeinsam an einem Konzept, die Rolle Villachs in der Reformationszeit für das heutige Publikum aufzubereiten.

Straßburg war neben Wittenberg und Zürich (beide bereits „Reformationsstädte Europas“) eines der großen Zentren in der reformatorischen Bewegung des 16. Jahrhunderts. Für 2017 wird ein Programm anvisiert, in dem die exponierte Stellung, die Katharina Schütz-Zell in der Reformation Straßburgs einnahm, thematisiert werden soll. Katharina Schütz-Zell gehörte zu den wenigen Frauen, die in der Reformationszeit als Schriftstellerinnen in die Öffentlichkeit traten.

Parallel zu Straßburg und Villach wurde auch den deutschen „Lutherstädten“ Worms und Coburg das Label „Reformationsstadt Europas“ verliehen. Insgesamt tragen derzeit bereits vier deutsche Städte den Titel „Reformationsstadt Europas“, und etliche weitere würden noch hinzukommen, so GEKE-Generalsekretär Bünker. „Im Sinne einer Vernetzung aller Städte-Aktivitäten zum Reformationsjubiläum begrüßen wir die Zusammenarbeit mit dem ‚Stationenweg‘ der Evangelischen Kirche in Deutschland“, sagt Bünker. Eine gleichzeitige Bewerbung deutscher Städte um den Titel „Reformationsstadt Europas“ der GEKE und zur Teilnahme am Stationenweg der EKD ist möglich und erwünscht. „Sowohl die veranstaltenden Kirchen und Städte als auch vor allem die vielen zu erwartenden BesucherInnen sollen über die bestehenden Angebote zum Reformationsjubiläum optimal informiert werden.“

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ISSN 2222-2464