Vielfältige Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum

Gert Polster, Direktor des Landesmuseums Eisenstadt, Superintendent Manfred Koch, die stv. Superintendentialkuratorin Christa Grabenhofer und Bischof Michael Bünker bei der Vorstellung des burgenländischen Programms zum Reformationsjubiläum. Foto: epd/Dasek
Gert Polster, Direktor des Landesmuseums Eisenstadt, Superintendent Manfred Koch, die stv. Superintendentialkuratorin Christa Grabenhofer und Bischof Michael Bünker bei der Vorstellung des burgenländischen Programms zum Reformationsjubiläum. Foto: epd/Dasek

Superintendent Koch: „Glaube kann auch heute Halt und Zukunft geben“


Eisenstadt (epdÖ) – Anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 – 500 Jahre Reformation – will man im Burgenland nicht nur der Geschichte der Reformation gedenken, sondern auch die gegenwärtige Situation in den Blick nehmen und eine Brücke in die Zukunft schlagen, betonte der burgenländische Superintendent Manfred Koch bei einer Pressekonferenz am 22. Februar im Landesmuseum Burgenland in Eisenstadt. „Die Kirche ist kein Selbstzweck, es geht um Menschen, es geht um ihr Leben, es geht um Lebenshilfe. Wir wollen den Menschen zeigen, dass der Glaube auch heute Halt und Zukunft geben kann“, so Koch.

Die Geschichte der Evangelischen Kirche im Burgenland war bis 1921 ein Teil der Geschichte der Lutherischen Kirche Ungarns, erklärte Koch. Er erinnerte daran, dass im Laufe der Geschichte 80 Prozent der burgenländischen Bevölkerung evangelisch waren. Auch heute noch gibt es im Burgenland Regionen mit evangelischer Mehrheit – der Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt bei rund 14 Prozent. Bei der Reformation habe es sich aber nicht nur um einen religiösen Aufbruch gehandelt, sondern auch um einen kulturellen und gesellschaftspolitischen Aufbruch.

Ein wichtiges Anliegen im Reformationsjahr 2017 sei auch die Ökumene, meinte der Superintendent. Im Verhältnis zur Römisch-katholischen Kirche gebe es eine Aufbruchsstimmung. Dies habe sich zuletzt bei der Gebetswoche für die Einheit der Christen im Jänner gezeigt. „Wir wollen gemeinsam den Weg in die Zukunft gehen. Es ist wichtig, dass wir diesen Aspekt miteinbeziehen in unsere Feierlichkeiten“, unterstrich Koch.

Bei der Reformation habe es sich um eine europaweite Bewegung gehandelt, die schnell Fuß gefasst habe, speziell auch im Burgenland, sagte der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker vor den Journalistinnen und Journalisten. Deswegen werde das Jubiläum in Österreich auch von allen drei Evangelischen Kirchen – der Evangelisch-lutherischen, der Evangelisch-reformierten und der Evangelisch-methodistischen Kirche – verantwortet. „Wir feiern hier in Österreich bewusst kein Luther-Jahr oder Luther-Jubiläum“, so Bünker. Darüber hinaus wolle man in diesem Jahr nicht nur der Geschichte der Reformation gedenken, sondern auch die Frage stellen: Welchen Auftrag haben die Kirchen heute? „Drei Begriffe sind uns besonders wichtig: Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Dafür setzen wir uns ein“, hob Bischof Bünker, der auch Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa ist, hervor. Das Motto des Reformationsjubiläums „Freiheit und Verantwortung seit 1517“ sei von den Gemeinden gewählt worden und solle zum Ausdruck bringen, dass beides zusammengehöre. Bünker erinnerte ebenfalls daran, dass es sich um das erste Reformationsjubiläum handle, das im Zeitalter des Friedens und der Ökumene begangen werde.

Ein österreichweit vielfältiges Programm prägt das Reformationsjubiläumsjahr, darunter auch zahlreiche Veranstaltungen im Burgenland. Dabei habe man Wert auf innovative Projekte gelegt, führte Christa Grabenhofer, stellvertretende Superintendentialkuratorin des Burgenlands, aus. So sollen etwa eigens gestaltete Grafiken des Künstlers Olaf Osten, der auch für die Wiener Festwochen arbeitet, zur Auseinandersetzung mit „Evangelisch-Sein“ und dem Motto „Freiheit und Verantwortung“ beitragen. Ein Reformationskabarett am 11. März in der evangelischen Kirche in Eisenstadt soll zeigen, dass Kirche und Humor keine Gegensätze sind. Bereits am 23. Februar wird im Landesmuseum Burgenland die Sonderausstellung „Ein Christenherz auf Rosen geht“ eröffnet, die sich mit der Geschichte der Evangelischen im Burgenland beschäftigt. In zahlreichen Glaubenskursen soll in den Pfarrgemeinden der Frage nachgegangen werden, was Glaube heute bedeutet. „Reformation kann in die Gegenwart hineingezogen werden“, zeigte sich Grabenhofer überzeugt.

Höhepunkt der Feierlichkeiten ist das gesamtösterreichische Fest am Wiener Rathausplatz am 30. September, zu dem Evangelische aus ganz Österreich erwartet werden. Neben einem spannenden Bühnenprogramm wird es am Rathausplatz die Möglichkeit geben, die vielen Arbeitsbereiche der Evangelischen Kirchen kennenzulernen. „Bewahrung der Schöpfung ist uns ein wichtiges Anliegen in diesem Jahr, deswegen wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen und veranstalten das Fest als ‚green event‘. Das dritte große ‚green event‘ in Österreich nach dem Songcontest und der Ski-Weltmeisterschaft in Schladming“, sagte Bischof Bünker.

Alle Informationen rund um das Reformationsjubiläumsjahr finden Sie auf evangelisch-sein.at.

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ISSN 2222-2464