Vielfältige „Schätze“ aus Oberösterreichs Klöstern

Zum Reformationsjubiläum zeigt das Evangelische Museum Oberösterreich die Sonderausstellung „Reformation – Gegenreformation. Interessantes aus oberösterreichischen Stiften“. Foto: wikimedia/Richtl
Zum Reformationsjubiläum zeigt das Evangelische Museum Oberösterreich die Sonderausstellung „Reformation – Gegenreformation. Interessantes aus oberösterreichischen Stiften“. Foto: wikimedia/Richtl

Neue Sonderausstellung im Evangelischen Museum Oberösterreich

Wien (epdÖ) – Fünf Jahrhunderte Glaubensgeschichte beleuchtet das Evangelische Museum Oberösterreich in seiner neuen Sonderausstellung „Reformation – Gegenreformation. Interessantes aus oberösterreichischen Stiften“, die am Samstag, 18. März feierlich eröffnet wurde.

„Mit unserer neuen Ausstellung setzen wir drei Schwerpunkte: die Zeit vor der Reformation und der Reformation selbst, die Gegenreformation im 16. und 17., sowie die Zeit des Geheimprotestantismus im 18. Jahrhundert“, sagte Günter Merz, der wissenschaftliche Leiter des Museums, im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst. Aus jeder Zeit konnte man dank guter, freundschaftlicher Beziehungen wertvolle Exponate aus den oberösterreichischen Stiften Lambach, St. Florian, Kremsmünster und Schlägl gewinnen. Vor allem  die Zeit des Geheimprotestantismus ist Merz heuer, zum 300. Geburtsjubiläum von Regentin Maria Theresia, ein großes Anliegen: „Sie und die Habsburger waren die treibende Kraft dahinter, Oberösterreich wieder katholisch zu machen. In der Anfangszeit der Reformation waren die Stifte den Evangelischen gegenüber viel offener, das hat sich danach aber wieder stark geändert“. Zwei originale Verhörprotokolle aus dem Jahr 1751, die Merz transkribiert und so dem Publikum leicht zugänglich gemacht hat, sind wichtige Beispiele dieser Praxis.

Im Jubiläumsjahr der Reformation will sich die Ausstellung, die auf die Idee und die Initiative der Leiterin des Museums, Ulrike Eichmeyer-Schmid, zurückgeht, dabei nicht auf den lutherischen Glauben beschränken, sondern widmet sich verschiedenen Strömungen des Protestantismus in Oberösterreich. So findet sich auch ein früher Druck der Institutio von Johannes Calvin unter den Exponaten. Ebenfalls neu ist ein Museumskatalog zur Dauerausstellung, der den bisherigen Katalog aus dem Jahr 2000 ergänzt: „Vieles von damals ist wissenschaftlich überholt. Wir konnten in den letzten 17 Jahren viele neuer Erkenntnisse gewinnen, auch durch den Kontakt unserer Mitarbeiter mit den Besuchern“ sagt Merz, der den von ihm verfassten Katalog im Rahmen der Ausstellungseröffnung der Öffentlichkeit präsentierte. „Für uns ist der Katalog auch ein Beitrag zu einer leider noch fehlenden, umfassenden Geschichte des Protestantismus in Oberösterreich.“

Die Ausstellung in Rutzenmoos kann bis zum 31. Oktober 2017 besucht werden. Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag 10 bis 12 und 14 bis 18 Uhr, letzter Einlass 11 bzw. 17 Uhr. Dienstag und Mittwoch für Gruppen nach Voranmeldung. Eintritt 5 Euro, Ermäßigungen für Schüler, Familien, Behinderte, Studenten und Präsenzdiener. Der Museumskatalog (64 S.) ist um 7,50 Euro erhältlich.

 

ISSN 2222-2464