Vereinbarung mit EKD regelt Seelsorge im Tourismus

Bei der Unterzeichnung: Bischof Bünker und Bischöfin Bosse-Huber vor deutschen AulandspfarrerInnen. Foto: Claudia Ostarek
Bei der Unterzeichnung: Bischof Bünker und Bischöfin Bosse-Huber vor deutschen AulandspfarrerInnen. Foto: Claudia Ostarek

Jede/r zweite deutsche Urlauberseelsorger/in in Österreich

Bad Boll (epdÖ) – Mit der Unterzeichnung eines Vertrags zur Kooperation in der Urlauberseelsorge stellen die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Evangelische Kirche A.B. in Österreich die seit Jahrzehnten praktizierte Zusammenarbeit in dem Bereich auf eine geregelte Grundlage. Die deutsche Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber und der österreichische Bischof Michael Bünker verliehen der Vereinbarung am Mittwoch, 26. Juli, im baden-württembergischen Bad Boll mit ihrer Unterschrift formal Gültigkeit.

„Die Tourismusarbeit wird ein starker Arbeitsbereich in der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich“, betont der österreichische Bischof Bünker, „und für Deutschland ist Österreich eines der beliebtesten Urlaubsländer. Wir entwickeln Tourismusregionen und sind froh, wenn uns Pfarrerinnen und Pfarrer aus Deutschland hierbei unterstützen. Die Urlaubsseelsorge findet in den Räumen der österreichischen evangelischen Kirche statt. Damit ist sie ein Feld des Austauschs zwischen Deutschen und Österreichern.“

Bischöfin Bosse-Huber, Leiterin der Abteilung Ökumene und Auslandsarbeit im Kirchenamt der EKD ergänzt: „Ich freue mich, dass wir im Rahmen dieser Vereinbarung unsere bewährte Zusammenarbeit in der Urlaubsseelsorge in Österreich fortführen.“

Von den derzeit rund 67 Einsatzorten der von der EKD organisierten Urlaubsseelsorge befinden sich 41 Stellen in Österreich. Das Nachbarland bildet also den Schwerpunkt der Seelsorge im Tourismus. Die hohe Bedeutung spiegelt auch die Zahl der Pfarrerinnen und Pfarrer wieder, die als Beauftragte in diesem Jahr dort Dienst tun: Von insgesamt 136 Beauftragungen entfallen 63 auf Österreich. Die Pfarrerinnen und Pfarrer übernehmen freiwillig einen solchen Dienst, meist zwei bis drei Wochen, während ihres Urlaubes. Neben Aktiven sind hier auch Pfarrerinnen oder Pfarrer im Ruhestand tätig.

Die Anfänge der Urlaubsseelsorge gehen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Damals sprach man von „Kurpastoration“. Eine der ältesten Stellen ist Bad Gastein und Bad Hofgastein im Bundesland Salzburg. Hierher kamen Kurprediger aus Deutschland, um dort im Sommer Gottesdienste und Andachten zu feiern.

Auch in den 1920er bis 1940er Jahren gab es von Deutschland aus betriebene Kurpastoration und Urlaubsseelsorge in Österreich. Mit dem Beginn der Reisewelle der Deutschen besonders nach Italien und Österreich in den 50er Jahren verstärkten sich die Anfragen von österreichischer Seite, mehr Einsatzorte in den Katalog der Urlaubsseelsorge aufzunehmen.

Seit einigen Jahren gibt es von der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich eine Arbeitsgruppe für Tourismus, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Urlaubsseelsorge in Österreich noch intensiver zu betreuen und zu fördern, um den zukünftigen Anforderungen dieses wichtigen ökumenischen Dienstes gerecht zu werden. Ein Ergebnis dieser Arbeit sind die vier Projektstellen der Modellregionen, die in diesem Jahr erstmalig mit Urlaubsseelsorgerinnen und -seelsorgern versorgt werden. In den Modellregionen werden die Urlaubsseelsorger noch gezielter auf die Touristen eingehen und Bergandachten, Gottesdienste am See oder spirituelle Wanderungen anbieten. Dies geschieht durch Kooperationen von Tourismusverbänden, politischen und kirchlichen Gemeinden.

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ISSN 2222-2464