Verdient gemacht um das Gespräch zwischen Theologie und Psychoanalyse

Wiener Systematiker Koloman Micskey verstorben

Wien (epd Ö) – Der Wiener Systematiker ao.Univ.-Prof. tit. Dr. Dr. Koloman Micskey ist am 28. Juli in Wien verstorben.

Micskey wurde am 15. November 1926 in Szegedin, Ungarn, geboren, studierte zunächst Rechtswissenschaften und Römisch-katholische Theologie in Wien und Rom und seit 1956 Evangelische Theologie in Wien. Ein Jahr später trat er der Evangelischen Kirche A.B. bei und setzte sein Studium an der Universität Heidelberg fort.

Nach Vikariatsjahren in Deutschland und Oberösterreich wurde Micskey 1960 zum evangelischen Pfarrer ordiniert. Von 1961 bis 1969 war er wissenschaftlicher Assistent und Lehrbeauftragter für Systematische Theologie an der Universität Heidelberg, ab 1967 zugleich Mitarbeiter im Konfessionskundlichen Institut des Evangelischen Bundes in Bensheim. Im selben Jahr promovierte Micskey, der bereits Doktor der Römisch-katholischen Theologie war, in Heidelberg zum Doktor der Evangelischen Theologie. Von 1969 bis 1977 war er theologischer Mitarbeiter des Bischofs der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich. Seit 1972 lehrte Micskey Systematische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Micskey hinterlässt eine Frau und eine Tochter.

Vizedekan Körtner: „Ein liebenswerter Kollege“

Koloman Micskey ist mit zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen, mit Artikeln in Lexika und Zeitungen sowie mit Rezensionen im Bereich der Systematischen Theologie und der Sprachphilosophie hervorgetreten. Der Vizedekan der Evangelisch-Theologischen Fakultät Wien, o.Univ.-Prof. Dr. Ulrich Körtner, äußerte gegenüber epd Ö, er sei „traurig über den Tod dieses liebenswerten Kollegen“. Wie der Leiter des Instituts für Systematische Theologie erklärte, lag der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit Micskeys im Bereich der theologischen Anthropologie, insbesondere beim Gespräch zwischen Theologie und Tiefenpsychologie. In einem 1991 erschienenen Werk „Theologie im Dialog mit Freud und seiner Wirkungsgeschichte“ habe der Verstorbene in Zusammenarbeit mit dem emeritierten Universitätsprofessor Dr. Kurt Lüthi die Tradition dieses Gesprächs „in der Stadt Sigmund Freuds“ aufrechterhalten. Dies sei sein bleibendes Verdienst.

ISSN 2222-2464