Väterkarenz: Hohe Akzeptanz unter evangelischen Pfarrern

Fast jeder zweite evangelische Pfarrer, der Vater wurde, betreut sein Kind – Oberkirchenrätin Reiner: „Familienfreundlicher Beruf“

Wien/Mörbisch (epd Ö) – Über eine überdurchschnittlich hohe Akzeptanz der Väterkarenz unter evangelischen Pfarrern freut sich die in der lutherischen Kirchenleitung für Personalfragen zuständige Oberkirchenrätin, Dr. Hannelore Reiner. „Ganz im Gegensatz zu anderen Berufssparten übernehmen evangelische Pfarrer, die Väter geworden sind, in hohem Maß die Betreuung des Kindes“, sagte Reiner gegenüber epd Ö am Rande der gesamtösterreichischen Pfarrerinnen- und Pfarrertagung in Mörbisch. So sind heuer fünf Pfarrer in Väterkarenz, was bei insgesamt 12 Geburten in Pfarrfamilien seit dem Jahr 2006 (jene Kinder, die von Pfarrerinnen geboren wurden, sind hier selbstverständlich nicht mitgezählt) fast die Hälfte bedeutet.

Reiner erinnert an eine Studie des Österreichischen Instituts für Familienforschung aus dem Jahr 2007, wonach landesweit 95 Prozent aller Männer, die zur Zeit der Geburt ihres Kindes vollzeitbeschäftigt waren, ihre Arbeit nicht unterbrochen haben. Die Gründe für eine derartig positive Akzeptanz der Väterkarenz im Pfarrberuf seien derzeit in Österreich noch nicht untersucht. Die Oberkirchenrätin nennt hier den relativ leichten Wiedereinstieg in den Beruf nach der Karenzzeit ebenso wie die „ausgesprochen kinder- und familienfreundliche Einstellung der jungen Pfarrer und auch jener Pfarrgemeinden, die diese Entscheidung mittragen“. Sicherlich spiele auch die Höhe des Gehalts eines Pfarrers hier mit: Die Differenz zum ausgezahlten Kindergeld sei nicht so signifikant wie bei anderen Berufssparten mit akademischem Abschluss.

ISSN 2222-2464