Über 100.000 Menschen sagen: „Kinder gehören nicht ins Gefängnis!“

Unterstützungserklärungen für die „Initiative gegen Unrecht“ werden am 11. November an Nationalratspräsidentin Barbara Prammer überreicht

Wien (epd Ö) – Knapp 102.000 Menschen haben bis Mittwoch, 3. November, die „Initiative gegen Unrecht“ unterzeichnet und sich die Forderung von 75 NGOs zu eigen gemacht: „Kinder gehören nicht ins Gefängnis“. Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner treten dafür ein, dass die UN-Kinderrechtskonvention ohne Einschränkung in der Verfassung verankert wird und dass das Fremdenrecht auch im Sinne eines echten Bleiberechts modifiziert wird. Die Initiative war nach der dramatischen Abschiebung der Komani-Zwillinge gestartet worden. Ausgangspunkt war ein am 14. Oktober veröffentlichter gemeinsamer offener Brief der Caritas, der Diakonie, von Amnesty International und SOS-Kinderdorf an die 183 Nationalratsabgeordneten. „Die Freude über die enorme Solidarität der Österreicherinnen und Österreicher ist überwältigend. Wir sehen sehr deutlich, dass die Menschen in unserem Land es weder verstehen noch akzeptieren, wenn Recht zu Unrecht wird. Die Österreicherinnen und Österreicher sehen hier nicht länger tatenlos zu. Wenn es die Rechtslage erfordert, gut integrierte Familien auseinanderzureißen und kleine Kinder frühmorgens mit schwer bewaffneten Sicherheitskräften aus den Betten zu holen und abzuschieben, dann gehören diese Gesetze sofort geändert“, so Klaus Schwertner, Sprecher der Initiative.

Als nächster Schritt findet die Übergabe der mehr als 100.000 Unterstützungserklärungen an Nationalratspräsidentin Barbara Prammer am 11. November um 11 Uhr statt. „Wir freuen uns über jede weitere Unterstützungserklärung – und es werden stündlich mehr“, so Schwertner. Auch Bundespräsident Heinz Fischer und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl unterstützen die Anliegen der NGOs. Der Allianz gehören inzwischen u.a. die Evangelische Kirche A. und H.B., die Evangelische und die Katholische Jugend, die Israelitische Kultusgemeinde Wien, die Pfadfinder, die Kinderfreunde, das Jugendrotkreuz, Lebenshilfe Österreich, die Volkshilfe, die Junge Industrie, die Gewerkschaftsjugend und UNICEF an. (Informationen: www.gegen-unrecht.at/)

ISSN 2222-2464