Treffen: Fachtagung zu Suchterkrankungen

Seit 35 Jahren auf die Behandlung von Suchterkrankungen spezialisiert: das Krankenhaus de La Tour in Treffen. Foto: Gerhard Maurer
Seit 35 Jahren auf die Behandlung von Suchterkrankungen spezialisiert: das Krankenhaus de La Tour in Treffen. Foto: Gerhard Maurer

Krankenhaus de La Tour feiert 35-jähriges Bestehen

Treffen (epdÖ) – Mit einer Fachtagung unter dem Titel „Sucht als facettenreiches Krankheitsbild“ feiert das auf die Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen spezialisierte Krankenhaus de La Tour in Treffen am Ossiacher See sein 35-jähriges Bestehen. Insgesamt 22 Beiträge widmen sich am 5. und 6. Oktober verschiedenen Dimensionen und Ausprägungen von Suchtkrankheiten. Seit langem bekannte und anerkannte Suchtformen wie Alkoholismus oder Essstörungen kommen dabei genauso in den Blick wie neuere Abhängigkeitsformen, unter anderem von Sozialen Medien oder dem Internet.

„Man sagt, die Sucht habe viele Gesichter. Doch wie immer sich die Krankheit auch manifestieren möge, für die Betroffenen und deren Umfeld ist sie jedes Mal eine persönliche Katastrophe“, schreibt Hubert Stotter, Rektor der Diakonie de La Tour, in einem Grußwort im Vorfeld der Tagung. Renate Clemens-Marinschek, ärztliche Leiterin des Krankenhauses, fügt hinzu: „Aufgrund gesellschaftlicher Entwicklungen stellt sich das Krankenhaus mit seinen Mitarbeitern/-innen immer wieder neuen Herausforderungen. Wir sind aufgefordert, durch Entstigmatisierung Suchtkranker und durch einen unkomplizierten, niedrigschwelligen Zugang möglichst viele Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung zu erreichen und sie durch wertschätzende Beziehungsarbeit in ihrem Bemühen um Abstinenz zu unterstützen.“ Die einzelnen Vorträge der medizinischen Fachleute gehen auf Themenkomplexe wie Kinder aus Suchtfamilien (Wolfgang Wladika, Klagenfurt), Glücksspielsucht (Monika Lierzer, Graz), Sucht und Suizid (Christian Haring, Hall) oder die Situation von PartnerInnen alkoholabhängiger Menschen (Helmut Zingerle, Rodeneck) ein.

35 Jahre nach seiner Gründung hat das Krankenhaus de La Tour die Behandlung von Alkoholabhängigen, Medikamentenabhängigen, Spielsüchtigen und Menschen mit anderen Verhaltensabhängigkeiten, wie zum Beispiel Kaufsucht oder Onlinesucht, als Schwerpunkte etabliert. Mittlerweile stehen 56 Therapieplätze zur Verfügung. Knapp 400 Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen und aus ganz Österreich sind jährlich in stationärer Behandlung, rund 1.700 Kontakte erfolgen ambulant, ein Drittel aller Behandelten sind Frauen. In den letzten 35 Jahren wurden in etwa 14.000 Patienten und Patientinnen stationär im Krankenhaus de La Tour behandelt.

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ISSN 2222-2464