Tiroler Evangelische feierten in Innsbruck

Landeshauptmann Günther Platter (Mitte) freute sich mit der Innsbrucker Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (re.) über die gute Zusammenarbeit der Glaubensgemeinschaften in Tirol. Radiosprecherin Anna Greiter (li.) moderierte. Foto: Sigl.
Landeshauptmann Günther Platter (Mitte) freute sich mit der Innsbrucker Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (re.) über die gute Zusammenarbeit der Glaubensgemeinschaften in Tirol. Radiosprecherin Anna Greiter (li.) moderierte. Foto: Sigl.

Landeshauptmann Platter: Bedauern über historisches Unrecht

Innsbruck (epdÖ) – „Ich bin begeistert von der Stimmung auf dieser offenen und fröhlichen Feier. Es ist uns damit gelungen, was wir vorhatten: nämlich zu zeigen, was uns Evangelische in Tirol ausmacht.“ Mit diesen Worten schilderte der Superintendent der evangelischen Diözese Salzburg-Tirol, Olivier Dantine, seine Eindrücke vom Höhepunkt der Tiroler Reformationsfeierlichkeiten am Samstag, 21. Oktober. Mehr als 600 Gäste haben in der seit Wochen ausgebuchten Innsbrucker Messe den Beginn der Reformation vor 500 Jahren, zugleich aber auch das gegenwärtige evangelische Glaubensleben in dem westlichen Bundesland gefeiert. Dantine weiter: „Besonders freut es mich, dass die Vertreter der verschiedenen Konfessionen und Religionen auch mit uns gefeiert haben.“

Landeshauptmann Günther Platter richtete in seinen Grußworten den Blick auf die Geschichte der Protestanten im Land. Wie sein steirischer Amtskollege Hermann Schützenhöfer eine Woche zuvor nutzte Platter den Anlass, von politischer Seite sein Bedauern über begangenes Unrecht an den Evangelischen auszusprechen. Über Jahrhunderte hinweg waren diese in Tirol wie in ganz Österreich verfolgt und ihr Glaube verboten worden. Platter zeigte sich begeistert vom nunmehr friedlichen und konstruktiven Zusammenleben der Glaubensgemeinschaften in Tirol und bezeichnete die Evangelischen als „unverzichtbaren Teil des Landes“.

Bischof Michael Bünker strich in seiner Festrede ebenfalls die guten ökumenischen Beziehungen der Kirchen hervor. Bereits 1966 hatte der damalige katholische Erzbischof von Salzburg, Andreas Rohracher, mit seiner an die Evangelischen gerichteten Vergebungsbitte einen Wandel im Verhältnis von Katholiken und Protestanten eingeläutet. „Heute nehmen die Kirchen die Verantwortung für die schuldbeladene Geschichte wahr und hören aufeinander. Sie wissen sich zu Umkehr und Buße gerufen und suchen nach Wegen der Versöhnung aus dem Geist des Evangeliums. Das Streben nach Einheit und nach der Überwindung der Trennungen gehört für die Kirchen zum bleibenden Auftrag“, sagte Bünker.

Der Bischof ließ allerdings auch die Bedeutung Tirols für die Reformation nicht unerwähnt. So verwies er auf das Beispiel Schwaz – die Stadt war im 16. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum des Bergbaus und des evangelischen Glaubens gewesen. Bünker kündigte daher die Verleihung des Titels „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) an, deren Generalsekretär er ist. Schwaz ist damit die hundertste Stadt in Europa, die zum Netz der Reformationsstädte zählt.

Eindrücke von den Feierlichkeiten sind demnächst hier zu finden.

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ISSN 2222-2464