Tirol: Dantine fordert Schließung von Rückkehrzentrum Bürglkopf

Asylwerber gehörten "zu den verletzlichsten Menschen in unserer Gesellschaft, denen unser besonderes Augenmerk gilt", sagt Superintendent Olivier Dantine. Foto: epd/Uschmann
Asylwerber gehörten "zu den verletzlichsten Menschen in unserer Gesellschaft, denen unser besonderes Augenmerk gilt", sagt Superintendent Olivier Dantine. Foto: epd/Uschmann

„Menschenwürdige Unterbringung“ nicht gewährleistet

Innsbruck/Fieberbrunn (epdÖ) – Den Forderungen nach einer Schließung des umstrittenen Rückkehrzentrums am Tiroler Bürglkopf schließt sich der Superintendent der Diözese Salzburg/Tirol, Olivier Dantine, an. Anfang Juni waren dort mehrere Asylwerber wegen „untragbarer Zustände“ in den Hungerstreik getreten. Dantine fordert in einem Stellungnahme vom Dienstag, 25. Juni, eine „menschenwürdige Unterbringung“ müsse unabhängig vom fremdenrechtlichen Status gewährleistet sein. „Ein derart abgelegenes Quartier wie das Rückkehrzentrum Bürglkopf erfüllt diese Bedingungen nicht.“ Daher schließe er sich den Forderungen nach Schließung des Rückkehrzentrums ebenso an wie den Vorschlägen für eine Verlegung der Flüchtlinge in Grundversorgungseinrichtungen der Bundesländer. „Seit vielen Jahren fordert die Evangelische Kirche in Österreich einen menschenwürdigen Umgang mit Asylwerberinnen und Asylwerbern“, so Dantine in seiner schriftlichen Stellungnahme. „Sie, die in unserem Land Schutz suchen, sind nicht selten durch Fluchtursache und die Flucht selbst traumatisiert und befinden sich in prekären Lebenslagen. Damit gehören sie zu den verletzlichsten Menschen in unserer Gesellschaft, denen unser besonderes Augenmerk gilt.“

Für die Schließung hatten sich zuvor laut Medienberichten unter anderem der Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi, die Tiroler Soziallandesrätin Gabriele Fischer (beide Grüne), sowie die SPÖ und NEOS ausgesprochen. In der Tageszeitung „Der Standard“ bezeichnete Amnesty International Österreich-Generalsekretär Heinz Patzelt die Unterbringung der AsylwerberInnen am Bürglkopf als „bösartige Behördenwillkür“. Auch eine zivilgesellschaftliche Plattform macht sich mit einer Online-Petition für die Schließung stark: https://secure.avaaz.org

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ISSN 2222-2464