Tiefe Bestürzung über den Tod von Superintendent Weiland

Der plötzliche Tod des niederösterösterreichischen Superintendenten Paul Weiland (rechts) hat in Kirche, Ökumene und Politik Betroffenheit und Trauer ausgelöst. Paul Weiland hat seine religiöse Überzeugung glaubwürdig vertreten, schreibt der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng (links). Foto: epd/M. Uschmann
Der plötzliche Tod des niederösterösterreichischen Superintendenten Paul Weiland (rechts) hat in Kirche, Ökumene und Politik Betroffenheit und Trauer ausgelöst. Paul Weiland hat seine religiöse Überzeugung glaubwürdig vertreten, schreibt der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng (links). Foto: epd/M. Uschmann

Zahlreiche Reaktionen aus Kirchen und Politik – Evangelische Kirche verliert glaubwürdigen und engagierten Christen

St. Pölten (epdÖ) – Mit großer Bestürzung und Trauer reagieren VertreterInnen der Evangelischen Kirche, der Ökumene und des politischen Lebens auf den plötzlichen und unerwarteten Tod von Niederösterreichs Superintendent Paul Weiland am 16. August. Mit Weilands Tod verliere nicht nur die Evangelische Kirche in Niederösterreich einen engagierten und glaubwürdigen Christen, der seinen Dienst immer verantwortungsvoll und den Menschen zugewandt ausgeführt habe, so der Grundtenor der Reaktionen.

„Die gesamte Diözese ist tief erschüttert, sehr betroffen und sehr traurig. Superintendent Weiland hinterlässt eine große Lücke“, betont Niederösterreichs Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. „Wir haben nicht nur einen Superintendenten verloren, sondern auch einen guten Freund. Alle werden sich redlich bemühen, im Sinne Paul Weilands weiterzumachen. Wir wollen die vielen Projekte Paul Weilands so weiterführen, dass sie ihm gerecht werden“, sagt die höchste weltliche Repräsentantin der Diözese Niederösterreich.

„Der plötzliche Tod von Superintendent Paul Weiland ist ein schwerer Schock für die Evangelische Kirche in Österreich. Als dienstältester Superintendent mit seiner reichen Erfahrung wird er uns sehr fehlen, auch im Kollegenkreis. Ich schätzte seinen unermüdlichen Einsatz im Sinn des Evangeliums“, erklärt Wiens Superintendent Hansjörg Lein in einer Aussendung. „Mit Paul Weiland verlieren wir einen tatkräftigen und engagierten Christen, der das Evangelium glaubwürdig lebte“, schreibt Wiens Superintendentialkuratorin Inge Troch.

„Als Superintendent des Burgenlandes verliere ich mit ihm einen treuen Menschen, mit dem ich sehr freundschaftlich verbunden war und der mir gerade in meinen ersten Dienstjahren mit sehr vielen guten Ratschlägen zur Seite gestanden ist“, so Burgenlands Superintendent Manfred Koch in einer persönlichen Stellungnahme, in der er auch Weilands Bezüge zum Burgenland herausstreicht.

„Mit seiner herzlichen Ausstrahlung und seiner Führungskompetenz war Paul Weiland nicht nur ein wichtiger Weggefährte, sondern auch Freund und Vorbild“, betonen der Kärntner Superintendent Manfred Sauer und Superintendentialkuratorin Helli Thelesklaf. Weiland habe als „beindruckender Netzwerker“ das Evangelium und die evangelische Kirche zeitgemäß und ansprechend kommuniziert und dabei zahlreiche zukunftsorientierte Projekte auf den Weg gebracht. Neben seiner theologischen und kommunikativen Kompetenz sei Weiland stets „geistreicher, humorvoller und inspirierender Gesprächspartner“ gewesen.

Betroffen und bestürzt zeigt sich auch der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld in seiner Stellungnahme: „In Paul Weiland hatte die Reformierte Kirche einen streitbaren und konzilianten Partner, der die Anliegen ihrer Kirche unterstützte und in seinen zahlreichen Funktionen und Ämtern einen freundschaftlichen Umgang mit seiner Schwesterkirche pflegte. Paul Weiland wird unserer Kirche in Erinnerung bleiben als ein Mann, der seinen Glauben glaubwürdig lebte, der Öffentlichkeit und Kommunikation nicht nur als Auftrag und Arbeit, sondern auch als durchgehendes Prinzip gelebten Evangelischseins auffasste, und der eine besondere Freude am Feiern und geselligen Zusammensein hatte.“ In seinem Schreiben würdigt Hennefeld Weiland für sein Engagement im Bereich der kirchlichen Medienarbeit, der Diakonie und der Ökumene.

„Die Nachricht vom plötzlichen und unerwarteten Tod des niederösterreichischen evangelisch-lutherischen Superintendenten Paul Weiland hat mich sehr getroffen“, sagt der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), der evangelisch-methodistische Superintendent Lothar Pöll. Er sei mit Weiland „viele Jahre freundschaftlich verbunden gewesen“. Pöll: „Paul Weiland war ideenreich, innovativ, einfühlsam und hatte den Menschen gegenüber ein offenes und weites Herz. Diakonie und Ökumene waren ihm wichtige Anliegen. Er war ganz stark in seiner Kirche verwurzelt und zugleich zutiefst ökumenisch gesinnt. Ich werde ihn als geistlichen Begleiter vermissen.“

Er habe Paul Weiland immer als „einen den Menschen und den heutigen Herausforderungen zugewandten Christen erlebt“, erklärt Kardinal Christoph Schönborn in einer ersten Reaktion. „Bei ihm war deutlich zu spüren, dass das Verbindende stärker war als das Trennende“, so der Wiener Erzbischof, der auch der Familie des Verstorbenen sowie der Evangelischen Kirche sein Beileid ausspricht. Der St. Pöltner Bischof Klaus Küng schreibt in seinem Nachruf, er sei Weiland seit Beginn seines Amtsantritts „freundschaftlich verbunden“ gewesen und habe mit ihm „immer gut zusammengearbeitet“: „Er war ehrlich, verlässlich, jemand, der seine Aufgabe verantwortungsvoll erfüllt und seine religiöse Überzeugung glaubwürdig vertreten hat.“ Weiland habe eine große „ökumenische Weite“ und Dialogfähigkeit ausgezeichnet, betont der Mariazeller Superior Pater Karl Schauer, der „oft und eng“ mit Weiland zusammenarbeitete. „Von den Wiener Bischöfen bin ich wohl jener, der mit ihm am längsten zusammengearbeitet hat und ihm auch persönlich besonders nahe gestanden ist“, meint der emeritierte Weihbischof Helmut Krätzl. „Ich danke Paul Weiland für seine beispielhafte Tätigkeit in der Ökumene, aber auch für die mir vielfach gezeigte Freundschaft. Das Gedenken an ihn möge viele motivieren, in seinem Geist weiterzuarbeiten.“

„Mit Paul Weiland verliert Niederösterreich eine prägende Persönlichkeit, einen gesellschaftlichen Ruhepol und einen partnerschaftlichen Freund, der sich auf vielfache Weise im Land eingebracht hat“, heißt es in einer Stellungnahme von Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll. Weiland habe die Evangelische Kirche im Land über viele Jahre geführt, geleitet und geprägt. Wo immer er konnte, habe er Brücken gebaut und damit viel zum ausgezeichneten ökumenischen Klima in Niederösterreich beigetragen. Weiland war ein überzeugender Kirchenmann, mit klugen Worten und klaren Werten, aufrichtig und aufrichtend, so der Landeshauptmann. „Dialogfähigkeit und Menschennähe waren Markenzeichen seiner Amtsführung“, unterstreicht der niederösterreichische Landtagspräsident Hans Penz. Weiland sei immer für eine gelebte Ökumene und ein gelebtes Miteinander eingetreten. „Paul Weiland war eine ganz große Persönlichkeit der Kirche unseres Bundeslandes Niederösterreich. Er war volksnah und authentisch und hat seinen Glauben auch durch seine Lebensfreude weitergegeben. Besonders bedeutend war dabei sein Engagement für Hilfsbedürftige und Schutzsuchende“, hebt St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler, Landesvorsitzender der SPÖ Niederösterreich, hervor.

Bestürzt und voller Trauer zeigt sich auch die Diakonie Österreich über den plötzlichen Tod des niederösterreichischen Superintendenten. Während seiner fast 17-jährigen Amtszeit als Superintendent habe sich vor allem der Diakonie Flüchtlingsdienst zu einer der bedeutendsten Flüchtlingsorganisationen in Niederösterreich entwickelt. „Paul Weiland stand auch in schwierigen Zeiten öffentlich für die Nöte und Sorgen von Menschen in Not sowie Menschen auf der Flucht ein. Doch auch im Stillen engagierte sich der Superintendent für die Anliegen von AsylwerberInnen“, erklärt Diakonie-Direktor Michael Chalupka.

Als großzügigen, hilfsbereiten und kommunikativen Menschen würdigt Evelyn Martin von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) den verstorbenen Superintendenten. Als Religionslehrerin und spätere Fachinspektorin in Niederösterreich hat sie viele Jahre mit Weiland zusammengearbeitet. „Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation waren für Paul Weiland nicht nur Auftrag und Arbeit, sondern ein durchgehendes Prinzip gelebten Evangelischseins“, so Martin.

Dass Paul Weiland sich sowohl als Pressepfarrer als auch als Superintendent immer für eine professionelle selbständige kirchliche Medienarbeit eingesetzt habe, betont der Geschäftsführer des Evangelischen Presseverbandes, Pressepfarrer Thomas Dasek. Als Obmann des Presseverbandes habe Weiland den Verlag und Mediendienstleister auch angesichts großer Herausforderungen sicher gesteuert und soziale Verantwortung gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelebt. Persönlich, so Dasek, fehle ein „unersetzlicher Freund und Wegbegleiter“.

ISSN 2222-2464