Theißen: „Glaube ist Mut zum Leben“

Theißen: "Glaube ist Mut zum Leben, der mit Christus gekreuzigt wird und von Gott wie aus nichts neu geschaffen wird."
Theißen: "Glaube ist Mut zum Leben, der mit Christus gekreuzigt wird und von Gott wie aus nichts neu geschaffen wird."

In der „SAAT“ spricht der Theologe über „Glaube, Liebe, Hoffnung“

Wien (epdÖ) – „Glaube, Liebe und Hoffnung sind nach wie vor für Christen relevant“, sagt der bekannte deutsche Neutestamentler Gerd Theißen in einem Interview für die März-Ausgabe der „SAAT – Evangelische Zeitung für Österreich“. „Glaube ist Mut zum Leben, der mit Christus gekreuzigt wird und von Gott wie aus nichts neu geschaffen wird“, so Theißen. Durch diesen Glauben würde der Mensch unbedingte Anerkennung finden vor Gott. Als Zentrum der Ethik sei die Liebe nach wie vor relevant. Sie komme zum Ausdruck in der Hinwendung zu jenen, die die Norm durchbrechen, also etwa Fremde oder Feinde. Relevant sei aber auch die Hoffnung. Das Wissen um eine ewige Geborgenheit in Gott sei eine „Lebenskraft“.

In der Interpretation der Bibel für die Kirche und die Welt erkennt Theißen die Aufgabe der Theologie. Die Bibel müsse sowohl theologisch als auch religionstheoretisch interpretiert werden. „Wer sich dieser Spannung entzieht, nimmt der Theologie die Herausforderung, an der sie wächst“, erklärt der Neutestamentler.

Theißen ist überzeugt, dass sich der Protestantismus auch heute noch erneuern kann und in Zukunft eine Chance haben wird. Allerdings gibt er zu bedenken: „Wenn Protestanten heute unabhängig von der Bibel in Meditation und Spiritualität, Kunst und Liturgie, Natur und Mystik Zugang zu Gott suchen, wird das nur Bestand haben, wenn es mit der Bibel und nicht gegen sie geschieht.“

Gerd Theißen, Jahrgang 1943, war bis zu seiner Emeritierung Professor für Neues Testa-ment an der Universität Heidelberg. Zu seinen wissenschaftlichen Schwerpunkten zählen die Sozialgeschichte des Urchristentums, der „historische Jesus“ sowie psychologische Exegese. „Der Schatten des Galiläers“ (1986) und „Der historische Jesus“ (1996, zusammen mit An-nette Merz) zählen zu seinen bedeutendsten Werken.

Das vollständige Interview können sie in der neuen Ausgabe der „SAAT – Evangelische Zei-tung für Österreich“ nachlesen, zu beziehen über den Evangelischen Presseverband (Tel. 01/712 54 61, ta.gn1513490855ave@v1513490855pe1513490855).

ISSN 2222-2464