Telefonseelsorge feiert 40-jähriges Bestehen

„Seismograph gesellschaftlicher Entwicklungen“

Linz (epd Ö) – Als einen „Seismographen für gesellschaftliche Entwicklungen“ haben Verantwortliche für die Telefonseelsorge diese seit 40 Jahren bestehende Einrichtung gewürdigt. Bei einer Pressekonferenz in Linz informierten der evangelische Superintendent von Oberösterreich, Dr. Gerold Lehner, der Linzer Bischofsvikar und Pastoralamtsleiter, Wilhelm Vieböck, die Gründerin der Telefonseelsorge, Dr. Wilma Immler, und die Leiterin Dr. Manja Lehner über die aktuellen Erfahrungen in der ökumenisch organisierten Einrichtung. Vor 40 Jahren war in Linz die österreichweite Telefonseelsorge ins Leben gerufen worden, die heute unter der Rufnummer 142 in ganz Österreich erreichbar ist.

Laut Lehner „besteht der Wert der Telefonseelsorge darin, für andere Menschen einfach da zu sein und zuzuhören.“ Konfessionelle Unterschiede würden bei diesem wichtigen Dienst in den Hintergrund treten, hob der Superintendent hervor. Vieböck unterstrich die vorurteilsfreie Zuwendung zu den Menschen bei der Telefonseelsorge. Ihm sei „die gute Ausbildung und die Begleitung der Haupt- und Ehrenamtlichen sehr wichtig“.

Anlaufstelle für Hilfesuchende

Gemeinsam mit Walter Suk hatte Immler am 1. Oktober vor 40 Jahren die Telefonseelsorge in Linz gegründet. Diese Einrichtung war eine erste Anlaufstelle für Hilfesuchende. Erst nach und nach wurden zusätzlich Hilfseinrichtungen für Suchtkranke, eine Schuldnerberatung und eine Ehe- und Familienberatung eingerichtet. Außerdem war die Telefonseelsorge eines der ersten ökumenischen Angebote der Kirchen in Österreich. Von Linz aus wurden in der Folge in allen Bundesländern Telefonseelsorgestellen eingerichtet.

70 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die alle speziell für die Beratungstätigkeit am Telefon geschult sind, leisten in der Linzer Stelle der Telefonseelsorge jährlich ca. 7.500 Stunden Dienst. Die reine Gesprächszeit am Telefon beträgt täglich durchschnittlich acht Stunden.

ISSN 2222-2464