Tag gegen Kinderarbeit: 120 Millionen Betroffene

Anlässlich des Welttags gegen Kinderarbeit am 12. Juni startet die Kindernothilfe jetzt die Kampagne "Zeit zu reden". (Foto: Kindernothilfe Österreich)
Anlässlich des Welttags gegen Kinderarbeit am 12. Juni startet die Kindernothilfe jetzt die Kampagne „Zeit zu reden“. (Foto: Kindernothilfe Österreich)

Kindernothilfe und „Brot für die Welt“ erinnern an Schicksale

Wien (epdÖ) – Weltweit arbeiten 120 Millionen Kinder im Alter von fünf bis 14 Jahren – teilweise unter gesundheitsgefährdenden, ausbeuterischen Bedingungen. Die Hilfsorganisationen Kindernothilfe Österreich und „Brot für die Welt“ erinnern anlässlich des Welttags gegen Kinderarbeit am 12. Juni einmal mehr an deren Schicksale.

Die Kindernothilfe Österreich startet die Kampagne „Zeit zu reden“. Ziel der Kampagne sei es, die bislang vernachlässigte Perspektive arbeitender Kinder im Hinblick auf ihre Situation, die Ursachen von Kinderarbeit und entsprechende Lösungsvorschläge zu sammeln und gemeinsam mit betroffenen Kindern auf der 2017 in Buenos Aires geplanten Weltkonferenz der Internationalen Arbeitsorganisation über Kinderarbeit vorzutragen. „Es geht uns vor allem darum, Kinderarbeit nicht generell zu verurteilen. Bisher wurde auf ein pauschales Verbot sämtlicher Formen von Kinderarbeit hingewirkt. Wir alle aber wissen, dass das der Lebensrealität der Kinder und Jugendlichen in unseren Projekten nicht gerecht wird. Natürlich treten wir entschieden gegen ihre Ausbeutung auf, aber wer generell gegen Kinderarbeit ist, muss für die Betroffenen auch Überlebensalternativen anbieten können. Daher möchten wir darauf hinwirken, dass international erstmals unter Einbeziehung der Betroffenen eine differenzierte Sicht auf das Thema Kinderarbeit möglich wird“, erklärt Kindernothilfe Österreich-Geschäftsleiter Gottfried Mernyi den Hintergrund der Kampagne.

Im Zuge der Konsultation werden in mindestens 25 Ländern Kinder auf Einladung der Kindernothilfe zu ihrer Sicht befragt, die Ergebnisse gemeinsam mit ihnen ausgewertet und in die Debatte 2017 eingebracht.

„Brot für die Welt“ erinnert in einer aktuellen Aussendung an die Erfolge der vergangenen Jahre. Man habe gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen in den letzten Jahren viel für die Rechte von Kindern erreicht. Ein Beispiel sei der Einsatz der „Brot für die Welt“-Partner in Indien, der „Bewegung zur Rettung der Kindheit“ (BBA) des Friedensnobelpreisträgers Kailash Satyarthi: Mehr als 75.000 Kinder seien mit Hilfe der BBA in den vergangenen 25 Jahren bei Razzien aus den schlimmsten Formen der Kinderarbeit befreit worden. „Dank ‚Brot für die Welt‘ können viele dieser Kinder nun stattdessen die Schule besuchen“, so der evangelische Bischof Bünker, der die Verantwortung für die Entwicklungszusammenarbeit auch bei der österreichischen Regierung sieht. „Der Rückgang der Kinderarbeit muss weiterhin dringend beschleunigt werden. Dazu braucht es auch wirksame Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit. Österreich darf den Kopf nicht in den Sand stecken. Unsere Bundesregierung muss endlich die österreichische Entwicklungshilfe auf die versprochenen 0,7 Prozent des BIP anheben, so wie es die Staatengemeinschaft vorsieht“, betont Bünker.

ISSN 2222-2464