Tag der Artenvielfalt: Elsbeere im Evangelischen Zentrum

Bischof Michael Bünker (re im Bild) beim Pflanzen der Elsbeere. Förster Hans Kiessling (ARGE Forstkultur) und Veronika Mayer (Elsbeerverein) assistieren. Bild: epv/Uschmann
Bischof Michael Bünker (re im Bild) beim Pflanzen der Elsbeere. Förster Hans Kiessling (ARGE Forstkultur) und Veronika Mayer (Elsbeerverein) assistieren. Bild: epv/Uschmann

„Lutherin-Baum“ soll in möglichst vielen Pfarrgemeinden stehen

Wien (epdÖ) – Etliche evangelische Pfarrgemeinden haben es bereits getan und nun auch das Evangelische Zentrum in Wien: Am Dienstag, 22. Mai, dem „Tag der Artenvielfalt“, pflanzte der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker gemeinsam mit den MitarbeiterInnen einen Elsbeerenbaum.

In einem Brief von Martin Luther an Johannes Agricola aus dem Jahr 1525 wird die Elsbeere unter diesem deutschen Namen, der bis heute gebräuchlich geblieben ist, erstmals erwähnt. Dort schreibt der Reformator ebenfalls, dass seine Frau Katharina von Bora diesen Baum sehr schätze – darum wird die Elsbeere auch „Lutherin-Baum“ genannt.

Die Elsbeere, verwandt übrigens mit der Rose, ist „Baum des Jahres“ 2012. „Es geht uns darum, dass möglichst viele Pfarrgemeinden Elsbeeren in Österreich pflanzen“, betonte Bischof Michael Bünker bei der Pflanzung und der anschließenden Feier. „Daher laden wir die evangelischen Pfarrgemeinden ein, Patenschaften für Elsbeer-Bäume zu übernehmen, indem die Gemeinden die Bäume nach der Pflanzung auch beschützen.“ Die Erhaltung der Vielfalt der Lebensräume und damit auch der Vielfalt der Arten in Österreichs Kulturlandschaften sei Auftrag an die Fülle der Landnutzer, „also auch an jede/jeden von uns“, so der Bischof.

Besonders gut gedeiht die Elsbeere im östlichen Mostviertel. Dort, in der niederösterreichischen Marktgemeinde Michelbach im Wiesenwienerwald, wurde der „Verein zur Erhaltung, Pflege und Vermarktung der Elsbeere“ gegründet.  Förster Hans Kiessling, einer der Väter der Elsbeeren-Partnerschaft, der neben Veronika Mayer und anderen VertreterInnen des Vereins zu der Pflanzung gekommen war, wies in seiner Ansprache auf den „Tag der Artenvielfalt“ hin, der eben am 22. Mai begangen wird: „Es ist schön, dass nun auch hier eine Elsbeere steht. Und wenn ich mich so umschaue, dann sehe ich, gerade am ‚Tag der Artenvielfalt‘, hier sehr viele verschiedene Pflanzen.“ Gemeinsam mit der ARGE Forstkultur ruft der Verein dazu auf, Elsbeer-Patenschaften zu übernehmen, um die ökologische und wirtschaftliche Bedeutung dieser seltenen Baumart öffentlich zu unterstreichen.

Die Elsbeere wächst sehr langsam und kann bis zu 300 Jahre alt werden. Das Bäumchen, das beim Kirchenamt gepflanzt wurde, ist rund acht Jahre alt und misst etwa 1,50 Meter. Aus den Früchten, die erst nach 15 Jahren zum ersten Mal geerntet werden können, kann unter anderem Fruchtaufstrich oder Schnaps gemacht werden. Das Elsbeerenholz ist sehr begehrt – etwa bei Orgelbauern – und entsprechend teuer.

Info: www.elsbeerpaten2012.at und http://www.elsbeerreich.at

Weitere Fotos unter https://evang.at/themen/fotos

 

ISSN 2222-2464