Synode im Zeichen der Wahlen in den Oberkirchenrat

Die Wahl in das Leitungsgremium des Oberkirchenrates prägt die diesjährige Synode in St. Pölten.
Die Wahl in das Leitungsgremium des Oberkirchenrates prägt die diesjährige Synode in St. Pölten.

Krankenhaus- und Geriatrieseelsorge Schwerpunkt der Generalsynode

St. Pölten (epdÖ) – In St. Pölten kommen ab Sonntag rund 70 Delegierte aus ganz Österreich zur diesjährigen evangelischen Synode zusammen. Die Synode der Evangelischen Kirche A.B., der Evangelischen Kirche H.B. und die anschließende Generalsynode tagen vom 7. bis zum 10. Dezember in der niederösterreichischen Landeshauptstadt. Höhepunkt der lutherischen Synode ist die Wahl eines geistlichen Oberkirchenrats beziehungsweise einer geistlichen Oberkirchenrätin für Personalangelegenheiten. Die Generalsynode widmet sich mit einem Studientag dem Thema „Evangelische Krankenhausseelsorge- und Geriatrieseelsorge in Österreich“.

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Die Wahl einer geistlichen Oberkirchenrätin/eines geistlichen Oberkirchenrates ist notwendig, da Amtsinhaberin Oberkirchenrätin Hannelore Reiner im Herbst des kommenden Jahres in den Ruhestand tritt. Der Wahl stellen sich die oberösterreichische Fachinspektorin Ingrid Bachler, die Wiener Krankenhausseelsorgerin Margit Leuthold, Pfarrerin Andrea Petritsch aus Wien-Döbling und der Studienleiter des Wilhelm Dantine Hauses Stefan Schumann. Darüber hinaus wird ein Stellvertreter für den wirtschaftlichen Oberkirchenrat gewählt. Einziger Kandidat ist Günter Köber (Wien), Mitglied der Synode und der Generalsynode.

Der Studientag der Generalsynode widmet sich dem wichtigen Thema Krankenhaus- und Geriatrieseelsorge. Gemeinsam mit dem Theologischen Ausschuss wurde eine Resolution erarbeitet, die bei der Generalsynode präsentiert wird. „Wenn die Pfarrstellen insgesamt weniger werden, ist die Sorge da, dass auch die Funktionspfarrstellen weniger werden. Mit der Resolution soll dem entgegengewirkt werden“, erklärt Oberkirchenrätin Hannelore Reiner, die die Projektgruppe zu diesem Thema leitet. Die Kirche brauche auch weiterhin professionelle Krankenhaus- und Geriatrieseelsorger, der hohe Standard, der in den vergangenen Jahren ökumenisch erarbeitet und erreicht wurde, müsse erhalten bleiben, so Reiner. „Diese Funktionspfarrstellen sind natürlich keine Konkurrenz zum Gemeindepfarrer. Natürlich ist es schön, wenn der Gemeindepfarrer oder die Gemeindepfarrerin einen Krankenbesuch macht. Aber es ist natürlich ein Vorteil, wenn es hauptamtliche SeelsorgerInnen in den Krankenanstalten und Seniorenheimen gibt.“ Kirchlicherseits möchte man dahin wirken, dass auch die Betreiber von Krankenanstalten zur finanziellen Erhaltung der Pfarrstellen beitragen. Dazu käme, dass professionelle KrankenhausseelsorgerInnen eine wichtige Rolle in der Begleitung ehrenamtlicher Mitarbeiter spielen und so dazu beitragen, auch hier den hohen Standard zu wahren. Letztlich sei Krankenhausseelsorge wichtig, weil hier Menschen erreicht würden, die sonst nicht den Weg in die Kirche finden. Dies zeige auch eine Umfrage, die im vorletzten Jahr unter Krankenhaus- und GeriatrieseelsorgerInnen durchgeführt wurde, betont Oberkirchenrätin Reiner. „Es ist beachtlich, wie viele Leute durch diese Arbeit erreicht werden können. Es ist für die Kirche eine gute Möglichkeit zu zeigen: ‚Wir sind für dich da‘.“

Die Synode A.B., die Synode H.B. und die Generalsynode tagen im Bildungshaus St. Hippolyt (3100 St. Pölten, Eybnerstraße 5), die Sitzungen sind öffentlich und können besucht werden. Eröffnet werden die Synoden mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 7. Dezember 2014, um 18.00 Uhr in der neu renovierten Evangelischen Kirche in St. Pölten (3100 St. Pölten, Heßstraße 20). Predigen wird Oberkirchenrätin Hannelore Reiner. Im Anschluss gibt Landeshauptmann Erwin Pröll einen Empfang.

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ISSN 2222-2464