Synode H.B. befasste sich mit dem Thema Sterbehilfe

Das südburgenländische Oberwart (im Bild die reformierte Kirche) war Tagungsort der diesjährigen Synode H.B. (Bildnachweis: Reformierte Kirche Oberwart).
Das südburgenländische Oberwart (im Bild die reformierte Kirche) war Tagungsort der diesjährigen Synode H.B. (Bildnachweis: Reformierte Kirche Oberwart).

Körtner: Brauchen eine neue Kultur des Sterbens – Michael Meyer und Heinrich Benz in den Oberkirchenrat gewählt

Oberwart (epdÖ) – Das Thema Sterbehilfe prägte die evangelisch-reformierte Synode, die von Sonntag, 23. Oktober, bis Dienstag, 25. Oktober, im südburgenländischen Oberwart tagte. Der Theologe und Medizinethiker Ulrich Körtner stellte den Delegierten aus den reformierten Gemeinden Österreichs die im Sommer erschienene Orientierungshilfe der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) mit dem Titel „Leben hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit“ vor. Viele Richter, so Körtner, litten unter der derzeitigen Rechtslage: „Wir haben uneinheitliche gesetzliche Regelungen dessen, was am Lebensende erlaubt oder nicht erlaubt ist.“ Zusätzlich lasse sich innerhalb Europas auch ein uneinheitlicher Zugang in der Begleitung Kranker und Sterbender feststellen. Deswegen habe die GEKE einen Denkprozess eingeleitet, der evangelische Positionen auf gesamteuropäischer Ebene markiere. Deutlich erklärte Körtner, dass „die Tötung auf Verlangen nicht unserem Verständnis eines christlichen Menschenbildes von Autonomie entspricht“. Für die Praxis warnte Körtner vor vorschnellen Verurteilungen oder gar der Kriminalisierung von medizinischem Pflegepersonal oder Angehörigen. Zugleich unterstrich er aber die Dringlichkeit der seelsorgerlichen Begleitung aller betroffenen Zielgruppen.

Auf der Tagesordnung der Synode H.B. stand auch die Wahl zweier Oberkirchenräte: Die Wahl wurde notwendig, nachdem die weltliche Oberkirchenrätin Helene Horvath im Sommer verstorben war und der geistliche Oberkirchenrat Richard Schreiber aus familiären Gründen sein Amt zurückgelegt hatte. Nahezu einstimmig – mit einer Stimmenthaltung – wurden der Dornbirner Pfarrer Michael Meyer zum geistlichen Oberkirchenrat sowie der frühere AHS-Lehrer Heinrich Benz (Linz) zum weltlichen Oberkirchenrat bis zur Wahlsynode im Herbst 2012 in den Oberkirchenrat gewählt.

In einer auf der Synode verabschiedeten Resolution verurteilt die Evangelische Kirche H.B. die Unruhen gegen Christinnen und Christen in Indonesien. Die Regierung wird aufgefordert, „die Religionsfreiheit zu achten, die Unruhestifter zur Rechenschaft zu ziehen und Christen und ihre Einrichtungen besser zu schützen“. Das Feiern von Gottesdiensten und die Möglichkeit, Kirchen zu errichten, seien stark eingeschränkt, Angehörige christlicher Kirchen würden teilweise aus ihren Häusern vertrieben und ermordet, heißt es in der Resolution.

ISSN 2222-2464