Synode A.B. verabschiedet „Abendmahl und Ökumene“

Einladung an eucharistische Gastgemeinschaft „in ökumenischer Verantwortung“ ausgesprochen

Wien, 29. Oktober 2003 (epd Ö) „Wir wollen bewusst den Dialog weiter führen und ökumenisches Verständnis zeigen“, sagte der Obmann des theologischen Ausschusses, Superintendent Mag. Hermann Miklas am Dienstag, 28. Oktober, in seinem Bericht vor der Synode A.B. zu der Erklärung „Abendmahl und Ökumene“, die von den Delegierten einstimmig verabschiedet wurde. „So wollen wir nicht die gemeinsame Feier des Abendmahls als Mittel zum Zweck instrumentalisieren.“ Die gemeinsame Eucharistie sei zwar vorstellbar als ein „ersten Schritt aufeinander zu, wir respektieren aber, dass das nicht für alle Kirchen möglich ist.“ Miklas: „Gleichwohl wollen wir eine offene Kirche sein und laden alle Getauften ein, am Abendmahl teilzunehmen.“ In der Erklärung „Abendmahl und Ökumene“, heißt es dazu unter anderem: „Von unserem eigenen Selbstverständnis her ist es nicht möglich, Mitgliedern anderer Kirchen die eucharistische Gemeinschaft zu verweigern.“ Hinter dieser Erklärung, die bereits im Jahr 1988 von der Synode als „Abendmahlsgastbereitschaft“ verabschiedet wurde, „können wir aus theologischen Gründen nicht zurück“, betonte Miklas.

Überwindung der von Menschen gezogenen Grenzen

Eucharistische Gastgemeinschaft bedeute nichts anderes, „als dass Jesus Christus alle Getauften an seinen Tisch einlädt.“ Diese Offenheit werde in vielen evangelischen Gottesdiensten „durchwegs ausgesprochen und praktiziert, ohne damit Angehörige anderer Kirchen in irgendeiner Weise abwerben zu wollen“, heißt es in der Erklärung. „Die Gemeinden erfahren in der Gegenwart Christi in Brot und Wein dankbar die versöhnende Kraft des Evangeliums und die Überwindung der von Menschen gezogenen Grenzen.“ So sei jeder eingeladen und müsse das mit seinem Gewissen ausmachen. Diese Offenheit werde allerdings von anderen Kirchen, insbesondere von der römisch-katholischen Kirche und von den orthodoxen Kirchen als schmerzend empfunden und als Nichtachtung ihres Kirchenverständnisses kritisiert. Die jetzige Erklärung sei allerdings „sehr bewusst in ökumenischer Verantwortung ausgesprochen und soll auch sehr bewusst von den Kolleginnen und Kollegen umgesetzt werden“, so Miklas.

ISSN 2222-2464