Synode A.B. befasst sich im Juni mit dem „Naßwalder Modell“

Krömer: Knapp 200 Stellungnahmen ausgewertet

Wien (epd Ö) – In einer außerordentlichen Sitzung wird sich die Synode A.B. Anfang Juni in Wien mit dem so genannten „Naßwalder Modell“ beschäftigen. Entstanden aus einem Prozess der Organisationsentwicklung sieht dieses Modell weitgehende Reformen auf allen Ebenen der kirchlichen Organisation vor.

Am Mittwoch, 4. März, hat sich nun der Synodalausschuss A.B. in einer ganztägigen Sitzung in Wien mit den fast 200 Stellungnahmen befasst, die zu diesem Modell eingegangen sind. Insgesamt, so der Präsident der Synode A.B., Peter Krömer, haben 112 von 196 Pfarrgemeinden (57,1 %), 13 von 70 Tochtergemeinden (18,6 %), 6 von 7 Superintendentialversammlungen (85,6 %) und 3 von 7 Superintendentialausschüssen (28,6 %) Stellung genommen. Stellungnahmen liegen auch vom Oberkirchenrat H.B., von 2 Werken, 5 Vereinen, 10 Personengruppen und 47 Einzelpersonen vor. Die Stellungnahmen selbst, so Krömer, umfassten eine halbe bis 50 Seiten.

In der Zwischenzeit wurden die Stellungnahmen von der Kirchenentwicklungsgruppe qualitativ und quantitativ ausgewertet, der Abschlussbericht mit den entsprechenden Empfehlungen wird der Synode im Juni vorgelegt. Mehrere detaillierte Vorschläge im Bereich der Pfarrge-meinde wurden vom Synodalausschuss an den Rechts- und Verfassungsausschuss weitergeleitet. Ziel ist es, bis Herbst 2010 Gesetzesvorschläge zu erarbeiten, erklärte der Synodenpräsident. Teilweise erteilte der Synodalausschuss diesbezüglich auch Aufträge an den Theologischen Ausschuss und die Finanzkommission. Vorschläge wie etwa zum übergreifenden Thema „MitarbeiterInnen – Ehrenamt“ sollen in die Vorbereitungen für das Jahr des Ehrenamtes 2010 einfließen.

Was die vorgeschlagenen Änderungen auf der Ebene der Superintendentialgemeinde und Gesamtkirche A.B. betrifft, wird der Synodalausschuss im Juni der Synode vorschlagen, eine eigene Kommission einzusetzen, die sich mit diesen Fragen weiter beschäftigen soll. Wie Krömer gegenüber epd Ö betont, wurde bekanntlich ein Großteil der Überlegungen, „nicht jedoch alle grundsätzlichen Erwägungen“ zur Reform im Bereich der mittleren und gesamtkirchlichen Ebene abgelehnt. Vorschläge zum Themenbereich Religionsunterricht werden in der Generalsynode in deren Ausschüssen behandelt.

Angesichts der umfangreichen Agenda hat der Synodalausschuss beschlossen, die Synode A.B. bereits für Pfingstmontagabend, 1. Juni, nach Wien einzuberufen. Die Beratungen beginnen um 18.00 Uhr und werden am Dienstag, 2. Juni, fortgesetzt. Tagungsort ist diesmal das Evangelische Gymnasium in Wien-Erdberg.

ISSN 2222-2464