Susanne Heine bei der Sommerakademie Kremsmünster

Heine: "Wenn Menschen ihrem Gott nahe zu kommen versuchen, sollte sie sich dessen bewusst sein, dass er der 'Fremde', der Andere bleibt."
Heine: "Wenn Menschen ihrem Gott nahe zu kommen versuchen, sollte sie sich dessen bewusst sein, dass er der 'Fremde', der Andere bleibt."

„Gott ist der ganz Andere, der ganz nahe ist, und der doch der Andere bleibt“

Kremsmünster (epdÖ) – Über „Das Fremde zwischen Faszination und Bedrohung“ aus einer psychologisch-theologischen Perspektive referierte die evangelische Theologin und Religionspsychologin Susanne Heine am 14. Juli bei der Ökumenischen Sommerakademie in Kremsmünster, die heuer unter dem Thema „Auch Gott ist ein Fremder. Fremdsein – Toleranz – Solidarität“ stand.

Am Fremden entdecke das Eigene seine Grenze, erklärte Heine, die sich seit vielen Jahren im interreligiösen Dialog engagiert. Dies führe zu der zugleich kränkenden wie faszinierenden Erfahrung, dass das Eigene nicht alles ist. Dadurch könne Angst und Abwehr entstehen. Gleichzeitig übe das Fremde immer auch eine gewisse Anziehung aus. Was fremd sei, könne verteufelt, aber ebenso mit Illusionen beladen werden.

Gott bleibt der Andere

„Wenn Menschen ihrem Gott nahe zu kommen versuchen, sollten sie sich dessen bewusst sein, dass er der ‚Fremde‘, der Andere bleibt“, so Heine. Gott bleibe unserer beschränkten Erkenntnisfähigkeit entzogen, er sei ein verborgener und befremdlicher Gott. Dazu gehöre auch, dass es für seinen Willen weder Ursache noch Grund gebe. Gott sei eben keinem Menschen etwas schuldig.

Diese Grenzziehung zwischen Gott und den Menschen dürfe aber nicht als Trennung verstanden werden, eine Beziehung zwischen beiden sei möglich. Aber Gott allein sei befugt, diese Grenze zu überschreiten.

ISSN 2222-2464