Superintendentin Müller: Kirche muss auf Menschen zugehen

Spatenstich für das neue Gemeindezentrum der Pfarrgemeinde Salzburg-Christuskirche
Spatenstich für das neue Gemeindezentrum der Pfarrgemeinde Salzburg-Christuskirche

Salzburger Auftakt zu „Du bist mehr“ – Spatenstich für Evangelisches Zentrum Salzburg Christuskirche – Bischof Bünker: „Freue mich über expandierende Kirche“

Salzburg (epdÖ) – Mit der österreichweiten Aktion „Du bist mehr“ will die Evangelisch-lutherische Kirche auf Menschen zugehen, die sie sonst nicht erreicht. Mehr als die Hälfte aller Pfarrgemeinden laden am 18. und 19. Juni zu Gemeindefesten ein, erstmals in der Geschichte der evangelischen Kirche unterstützt ein TV-Spot die Aktion.

„Ich freue mich sehr, dass neben anderen Salzburger Pfarrgemeinden auch die drei evangelischen Stadtgemeinden in Salzburg bei dieser Aktion mitmachen“, sagte die Superintendentin der Diözese Salzburg-Tirol, Luise Müller, am 15. Juni bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der Aktion in der Salzburger Christuskirche. Sie begrüße die Aktion „Du bist mehr“, weil es in einer Zeit, in der die Menschen den Kirchen den Rücken zukehrten, „notwendig ist, dass die Kirche offensiv auf die Menschen zugeht und die Menschen die Kirche wahrnehmen als Ort der Bereicherung und als Ort des Feierns“. Es gebe die zwei Pole im Leben des Menschen, „das Einatmen und das Ausatmen, das Gebet und das Hinausgehen, und dazu gehört es auch, wenn wir mit freundlichem Werben auf die Menschen zugehen“.

Es sei das erste Mal, dass die evangelische Kirche die Gemeindefeste von „immerhin 90 Pfarrgemeinden mit einem gemeinsamen Motto auf einen Termin legt und gemeinsam bewirbt“, betonte Bischof Michael Bünker, der die Aktion gemeinsam mit der Superintendentin bzw. den Superintendenten in den einzelnen Diözesen bewirbt. Ziel der Aktion sei es, „die Menschen neu anzusprechen und neue Menschen anzusprechen“, deshalb gehe die Kirche mit ihrer Botschaft nach draußen. „‚Du bist mehr‘ bedeutet den Kerninhalt des evangelischen Glaubens“, so der Bischof. „Denn der Mensch ist mehr, als er verdient, als er leistet oder auch als er glaubt.“ Die beteiligten Pfarrgemeinden laden zu Veranstaltungen nach dem Fest ein, „das kann ein Gospelchor sein, ein Glaubenskurs oder ein Stammtisch“. Ideal sei es, „wenn aus dem einmaligen Kontakt eine dauerhafte Beziehung entsteht“.

Im Rahmen der Pressekonferenz stellte der Pfarrer der Christuskirche, Tilmann Knopf, das geplante Gemeindezentrum der Pfarrgemeinde vor. Die Gemeinde baut unter dem Rasen des Vorgartens des alten Pfarrhauses einen neuen multifunktionalen Gemeindesaal mit den entsprechenden Nebenräumen. „Unsere Gebäude entsprechen einfach nicht mehr den Anforderungen, die wir für unser heutiges Gemeindeleben haben, wir brauchen mehr Platz“, sagte Knopf. Weil es aus Gründen des Denkmalschutzes unmöglich war, neue Gebäude zu errichten, geht die Gemeinde mit ihrem Gemeindezentrum unter die Erde. „Durch ein Glasdach erhalten wir Tageslicht, und die Passanten können hineinblicken in den Gemeindesaal. Das entspricht auch einer Öffnung der Gemeinde nach außen.“ Bischof Bünker zeigte sich erfreut über die wachsende Pfarrgemeinde: „Die Evangelische Kirche in Salzburg baut dazu, während sich an anderen Orten Kirchen überlegen müssen, was sie mit ihren leer stehenden Gebäuden anfangen.“

Die Pfarrgemeinde Salzburg-Christuskirche ist mit rund 4600 Gemeindegliedern die größte Pfarrgemeinde in Westösterreich. Die Kosten für den Umbau sind mit 2,8 Millionen Euro veranschlagt, die zum Teil durch den Verkauf eines Grundstücks und durch Förderungen von Stadt und Land finanziert werden. Den Spatenstich im Anschluss an die Pressekonferenz nahmen neben Bischof Bünker, Superintendentin Müller und Pfarrer Knopf auch der Kurator der Pfarrgemeinde, Eckart Fussenegger, der Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden und als Vertreterin des Landes Landtagsabgeordnete Anja Hagenauer sowie der für das Projekt verantwortliche Architekt Erich Mayrhauser vor.

Weitere Informationen unter www.dubistmehr.at

ISSN 2222-2464