Superintendent Miklas: „Bin mit PR-Aktion sehr zufrieden“

Pfarrer Richard Liebig, Pfarrer Paul Nitsche, Rainer Doppler als Martin Luther und Lehrvikarin Petra Grünfelder (v.l.) zogen mit rund 600 TeilnehmerInnen der großen Abschlussveranstaltung der PR-Aktion "So! kann Kirche" zur Grazer Heilandskirche, wo "9,5 Thesen" an der Kirchentür proklamiert wurden. Foto: P. Stajan
Pfarrer Richard Liebig, Pfarrer Paul Nitsche, Rainer Doppler als Martin Luther und Lehrvikarin Petra Grünfelder (v.l.) zogen mit rund 600 TeilnehmerInnen der großen Abschlussveranstaltung der PR-Aktion "So! kann Kirche" zur Grazer Heilandskirche, wo "9,5 Thesen" an der Kirchentür proklamiert wurden. Foto: P. Stajan

Mit einem großen Fest endete die Kampagne der Evangelischen Kirche in der Steiermark

Graz (epdÖ) – Mit Slogans wie „Frauen haben hier nix zu melden“, „Wählen is nix für Gläubige“ oder „Hier ist nix mit Regeln“ hat die Evangelische Kirche in Steiermark in den vergangenen Monaten für Aufmerksamkeit gesorgt. Mit dem Reformationstag am 31. Oktober ist die PR-Aktion zu Ende gegangen, an der sich zahlreiche evangelische Pfarrgemeinden in der ganzen Steiermark beteiligt haben.
Steiermarks Superintendent Hermann Miklas zeigte sich sehr zufrieden mit der mehrmonatigen PR-Aktion. Gerade auch die beiden großen Abschlussveranstaltungen in Leoben und Graz am Reformationstag, die von mehreren hundert Leuten besucht wurden, hätten dies deutlich gezeigt. „Es war wirklich eindrucksvoll und zutiefst bewegend!  Unter den 600 TeilnehmerInnen waren viele junge Leute, viele Menschen, die absolut nicht zur kirchlichen ‚Kerngruppe‘ gehören, aber auch solche“, berichtet Miklas von der Abschlussaktion im Grazer Stadtzentrum. „Eine ältere Dame sagte ganz spontan: ‚So alt habe ich werden müssen, dass ich das erleben darf! So etwas hat es in Graz noch nie gegeben.'“

Die Veranstaltung habe es geschafft, mit Menschen in Kontakt zu kommen, bei Infoständen sei man miteinander ins Gespräch gekommen. „Es herrschte durchwegs eine gute Stimmung. Aus meiner Sicht ist insbesondere die Mischung geglückt zwischen ernsthafter Auseinandersetzung mit aktuellen Themen aus spezifisch evangelischer Sicht, heiter-frecher Darbietung, Event-Charakter und Begegnung“, so der Superintendent. Am Programm standen neben Gottesdiensten unter anderem auch eine Performance des Improvisationstheaters „interact“ sowie die Proklamation von „9,5 Thesen“ für eine Zukunft der Kirche, vorgetragen vom Schauspieler Rainer Doppler in der Rolle des Reformators Martin Luther.
„Das Echo auf die ganze Aktion war enorm“, sagt Helga Rachl, Öffentlichkeitsbeauftragte der Evangelischen Diözese Steiermark und verantwortliche Projektleiterin. „Innerkirchlich wurde die Aktion anfänglich skeptisch betrachtet, die Art der Werbung war für viele ungewöhnlich. Schließlich wurde doch allen klar, dass ein aktives und auch innovatives Zugehen auf die Menschen ein dringendes Anliegen von Kirche sein muss.“

Ziel der Kampagne, die Mitte Mai gestartet wurde, war es, speziell Menschen anzusprechen, die keiner Kirche mehr angehören und keinen Kontakt zur Kirche haben. Mit den provozierenden, kurzen Plakatbotschaften sollten Menschen zum Nachdenken angeregt und Aufmerksamkeit erregt werden.

 

ISSN 2222-2464