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Sturm zu den Separatkontakten Vatikan – Moskau: Niveau der Ökumene nicht zur Kenntnis genommen

Wien (epd Ö) – Zur ökumenischen Verstimmung über das jüngste Wiener Treffen der römisch-katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche, das unter dem Leitspruch stand „Europa eine Seele geben“, hat sich der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), der lutherische Bischof Mag. Herwig Sturm, geäußert. „Wenn zwei Kirchen miteinander sprechen, ist es gut, es sollte aber nicht so erfolgen, als wäre dies die Erfindung der Ökumene“, sagte der Bischof auf Anfrage bei einer Pressekonferenz am 24. Mai in Wien. Aus der Sicht des ÖRKÖ habe bei dem Treffen „die Präsenz der Ökumene“ gefehlt. Es gebe ein europaweit geführtes Gespräch vieler Kirchen mit der Orthodoxie, das bei dem Treffen „ausgeklammert“ worden sei. Sturm kritisierte, das bisher erzielte „Niveau der Ökumene in Österreich“ sei „nicht zur Kenntnis genommen“ worden.

In einer Erklärung zu dem Treffen (s. Seite 6) hatte der Vorstand des ÖRKÖ „dringende Klärung“ darüber verlangt, „ob das Übergehen der anderen christlichen Traditionen bedeutet, dass diese nicht geeignet erscheinen, Europa eine Seele zu geben“. Eine Antwort seitens der Verantwortlichen der beiden an dem Treffen beteiligten Kirchen sei bisher nicht erfolgt, sagte Sturm.

Im Wahlkampf Personen nicht verunglimpfen

Im Blick auf den in Österreich bevorstehenden Wahlkampf erklärte der Bischof ebenfalls auf Anfrage, Demokratie sei ein „kostbarer, aber mühsamer Vorgang“, bei dem der Gegner nicht „missachtet“ und seine Person nicht verunglimpft werden dürfe. Der Präsident der Synode A.B. und der Generalsynode, RA Dr. Peter Krömer, sagte dazu in der Pressekonferenz, grundsätzlich beabsichtige seine Kirche nicht, sich in den Wahlkampf einzumischen. Es könnten jedoch Situationen eintreten, die aus Sicht der Kirche „ein klares Wort verlangen“.

ISSN 2222-2464