Sturm: Gemeinden in ihrer Arbeit vernetzen

Bericht des Bischofs vor der Synode A.B. – Weitere Schritte zur sichtbar evangelischen Kirche

St. Pölten, 12. Mai 2006 (epd Ö) – „Die Zusammenarbeit noch mehr zu verbessern und die Gemeinden in ihrer Arbeit zu vernetzen“ ist für Bischof Mag. Herwig Sturm eine der großen Herausforderungen für die Zukunft. In seinem Bericht vor der Synode A.B. am Freitag, 12. Mai, in St. Pölten betonte Sturm das „Stellvertreterprinzip“ in der Kirche: „Es muss nicht jeder alles neu erfinden, sondern was in einer Gemeinde gelingt, das dürfen die anderen gerne übernehmen und weiter entwickeln.“ Dazu bedarf es eines „geschärften Blickes und der richtigen Instrumente“. Hier sei etwa das kirchliche Verwaltungsprogramm „KI-Online“ großartig geeignet, „denn die Gemeinden können damit ihren eigenen Weg und ihre Entwicklung gut erkennen“. Auch wenn es „gefühlsmäßig und technisch“ ganz neu sei, die Daten und relevante Informationen der Pfarrgemeinden auf einem zentralen Server zur Verfügung zu haben, seien Ängste davor unbegründet: „Keine Gemeinde verliert ihre Autonomie. Theologisch gesprochen geht es um das Verhältnis der Teile zum Ganzen, die Gemeinden als Teil des Leibes Christi zu verstehen.

Dialogfreudig

Rückblickend dankte der Bischof für die geleistete Arbeit der vergangenen sechsjährigen Sessionen der zwölften Synode. Vieles sei erreicht worden, „wir haben beispielsweise den jährlichen Reformationsempfang eingeführt“. Dies sei unter anderem ein weiterer Schritt dahin gewesen, „dass unsere Kirche sichtbar evangelisch wird. Wer nicht sichtbar ist, mit dem kann man nicht kommunizieren, wir aber sind dialogfreudig.“ Höhepunkte seien auch das „Jahr der Spiritualität“ und die Einführung des kinderoffenen Abendmahls gewesen. Passend dazu sei das Motto der „Kinderfreundlichen Kirche“ für 2006. Als ein „ökumenisches und europäisches Ereignis“ bezeichnete der Bischof die „intensive Beteiligung unserer Kirche mit einem Expertenteam für die einzige kirchliche Vertreterin bei den Beratungen des österreichischen Verfassungskonvents“. Sturm zeigte sich „dankbar“ für das Engagement, das Delegierte der evangelischen Kirche in mehreren internationalen ökumenischen Plattformen einbringen: „Diese Beziehungen sind wertvoll für die Zukunft.“ Es sei „eine große Auszeichnung für unsere Kirche, dass die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) voraussichtlich im Herbst ihr Büro in Wien errichten wird“.

Für die SynodalInnen und für die Kirche gehe es darum, die Botschaft zu leben: „Zeichenhaft prophetisch, hilfreich diakonisch und überzeugend missionarisch“.

ISSN 2222-2464