Strukturreform: Wiener Superintendenz auf Sparkurs

Superintendentialversammlung beschloss neue Superintendentialordnung – Superintendent Lein: Soziale Unterschiede der Pfarrgemeinden berücksichtigen

Wien, 23. November 2005 (epd Ö) – Finanzielle Weichenstellungen für 2006 sowie die neue Superintendentialordnung prägten die Wiener Superintendentialversammlung, die am 19. November im Wiener Don Bosco-Haus tagte.

Die neue Geschäftsführerin der Superintendenz und des Verbandes der Evangelischen Pfarrgemeinden, Mag. Marjatta Hakanen, erläuterte die grundsätzlichen Überlegungen zum Budget und zum Personalbereich. Das Motto, mit dem sie seit 1. September arbeite, sei: „Sparen, sparen, sparen“. Hakanen berichtete von Gesprächen mit dem Kirchenamt und vielen Pfarrgemeinden. Die Frage, welche Strukturen den Pfarrgemeinden für die Abwicklung ihrer Agenden am besten dienen, sei noch offen. Alle Gespräche müssten „prestigefrei“ geführt werden, denn „Das Beste ist unser Ziel.“ 2006 wechseln drei MitarbeiterInnen des Verbandes als Folge der Strukturreform in die Superintendentur, damit sich der Verband auf die Aufgaben der Kirchenbeitragseinhebung und der Friedhofsverwaltung konzentrieren kann. Das zu entwickelnde Kompetenzzentrum in der Superintendentur wird Lohnverrechnung, Buchhaltung und andere Dienstleistungen für die Pfarrgemeinden anbieten. Die Folgen der schon getätigten und folgenden Einsparungen werden erst 2007 in vollem Ausmaß zum Tragen kommen.

Auf Antrag des Superintendentialausschusses wird eine Arbeitsgruppe mit je einem Mitglied pro Pfarrgemeinde gebildet werden, die eine ausgewogene Lösung für die Abrechnung in der Superintendenz erarbeitet. Superintendent Lein bekannte sich zu einem System, das einen Solidarausgleich bewirken soll. Der Superintendentialbeitrag wurde bis jetzt nach „Seelen“, der Beitrag für den Verband nach Kirchenbeitragsaufkommen berechnet. Die Abrechnung nach „Seelen“ benachteiligte kinderreiche Gemeinden. Manche Gemeinden wollen prinzipiell eine Deckelung der Abgaben einführen. Viele gehen davon aus, dass auch in Zukunft ein solidarisches Teilen zwischen „armen“ und „reichen“ Gemeinden in Wien aufrechterhalten wird.

Anschließend wurde die neue Superintendentialordnung beschlossen, die für die nächsten sechs Jahre gilt. Die anwesenden Delegierten sprachen sich nach einer längeren Diskussion auch in Zukunft für eine große Versammlung aus, in der alle Arbeitsbereiche der Diözese mit Sitz und Stimme vertreten sind, ebenso alle Pfarrerinnen und Pfarrer und anteilig die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen in der Superintendenz.

ISSN 2222-2464