Strasser-Entwurf für Diakonie Schikanen-Konzept

Der von Innenminister Strasser vorgelegte Integrationsvertrag orientiert sich an Bad-practice- statt Best-practice-Modellen, kritisiert die Diakonie.

Wien, 3. Oktober 2001 (epd Ö) Als „Schikanen-Konzept“ bezeichnete der Direktor der Diakonie Österreich, Michael Chalupka, den von Minister Ernst Strasser vorgelegten Integrationsvertrag. Der Entwurf orientiere sich an europäischen „Bad-practice- statt Best-practice-Modellen“, kritisiert Diakonie-Chef Michael Chalupka in einer Aussendung vom 3. Oktober. Moderne Demokratien orientierten sich am Prinzip „gleiche Pflichten, gleiche Rechte“. Wenn sich ein Land entschließe, den Neuzuzug zu regeln, dann definiere es für die Zugewanderten Pflichten, aber auch Rechte.

Im Windschatten der tagelangen Diffamierung von Asylsuchenden durch die FPÖ habe Minister Strasser laut Diakonie „ein inhaltlich dürftiges Konzept“ vorgelegt, das Integration erschwere statt erleichtere. Von Integration könne erst gesprochen werden, wenn alle relevanten Lebensbereiche berücksichtigt seien: Zugang zum sozialen Wohnbau, Zugang zum Arbeitsmarkt, Familienzusammenführung, Förderung von Betroffenverbänden, Aufenthaltsverfestigung, kommunales Wahlrecht, Anti-Diskriminierungsgesetz und eben ein ausreichendes und leistbares Angebot von Deutschkursen.

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ISSN 2222-2464