Stephansdom: Evangelische Künstlerin gestaltete Fastentuch

Die aus Kärnten stammende evangelische Künstlerin Lisa Huber vor dem von ihr gestalteten Fastentuch im Wiener Stephansdom. Foto: epd/M. Uschmann
Die aus Kärnten stammende evangelische Künstlerin Lisa Huber vor dem von ihr gestalteten Fastentuch im Wiener Stephansdom. Foto: epd/M. Uschmann

Gebürtige Kärntnerin Lisa Huber thematisiert Anfang und Ende

Wien (epdÖ) – Das Fastentuch, das seit Aschermittwoch den Hochaltar des Wiener Stephansdoms verhüllt, stammt heuer von der Kärntner evangelischen Künstlerin Lisa Huber. Bedeckt ist das rund 16 mal 6 Meter große Fastentuch aus Leinen mit hand- und maschinengestickten Bildelementen, die auf Verse des 90. Psalms des Alten Testaments verweisen, erläutert die aus Afritz nahe Villach stammende Huber. Vorgestellt hat die Künstlerin ihr Werk am Dienstagabend, 13. Februar, im Beisein von Dompfarrer Toni Faber und über 200 Gästen. Faber hatte der in Berlin lebenden Huber die Realisierung des Projekts angeboten, da sie sich seit rund 20 Jahren künstlerisch mit den Psalmen auseinandersetzt.

Den Rahmen des Tuches bilden die beiden in Rot gehaltenen griechischen Buchstaben Alpha und Omega. Die Farbe Rot symbolisiere dabei das Blut Christi, so die Künstlerin. Vor dem Hintergrund der beiden Buchstaben sind 33 Bildtafeln, die auf die Lebensjahre Christi verweisen, und die drei wichtigsten Gestalten des Alten Testaments – König David, Abraham und Jakob – angebracht. Am unteren Rand des Tuches sind der erste und letzte Vers des 90. Psalms zu lesen, wiederum als Hinweis auf das biblische Motiv von Anfang und Ende.

Am Karsamstag wird das Fastentuch gewendet und somit der Fokus auf die beiden griechischen Buchstaben Alpha und Omega gerichtet. Die auf den beiden Buchstaben angebrachten Silberfäden verweisen auf die Auferstehung Christi. Diese Seite des Fastentuchs wird dann bis zum Weißen Sonntag eine Woche nach Ostern zu sehen sein.

Der Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit Hubers, die sich stark mit der christlichen Ikonographie auseinandersetzt, liegt auf der Gestaltung von Kirchenfenstern und Fastentüchern, oft unter Verwendung von verschiedenen Schnitttechniken. Im Reformationsjahr 2017 präsentierte das Evangelische Kulturzentrum Fresach eine Sonderausstellung der Künstlerin, im gleichen Jahr erhielt Huber den Villacher Kulturpreis. Seit 27 Jahren lebt die gebürtige Kärntnerin in Berlin und realisiert Ausstellungen in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz.

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ISSN 2222-2464