Steirischer Superintendent Hermann Miklas wiedergewählt

Der neu gewählte Superintendent Hermann Miklas mit Superintendentialkuratorin Evi Lintner. Foto: H. Rachl
Der neu gewählte Superintendent Hermann Miklas mit Superintendentialkuratorin Evi Lintner. Foto: H. Rachl

Miklas: Christlichen Glauben neu ins Gespräch bringen

Krottendorf/Weiz (epdÖ) – Mit überwältigender Mehrheit ist der steirische Superintendent Hermann Miklas am Samstag, 19. März, in seinem Leitungsamt bestätigt worden. Nach Ablauf der ersten Amtsperiode hatte sich der Superintendent der Wahl durch die Superintendentialversammlung in Krottendorf bei Weiz gestellt. Miklas erhielt 70 von 75 abgegebenen Stimmen bei 4 Enthaltungen. Gegenkandidaten gab es nicht. In der Superintendentialversammlung sind Delegierte aller steirischen evangelischen Pfarrgemeinden vertreten, je zur Hälfte Pfarrer bzw. Pfarrerinnen und weltliche Delegierte.

Der Superintendent dankte für das Vertrauen, „ich bin froh, dass es kein Ostblock-Ergebnis geworden ist“, so Miklas wörtlich in einer ersten Reaktion. An der Wahlsitzung hat auch der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker teilgenommen. „Ich freue mich, dass mit Hermann Miklas ein profilierter Superintendent wiedergewählt wurde“, sagte Bünker nach der Wahl gegenüber epdÖ. Miklas Engagement sei nicht nur für die Steiermark bedeutsam. Als Obmann des Theologischen Ausschusses der Synode komme ihm auch eine wichtig gesamtösterreichische Funktion zu.

Miklas betonte vor der Superintendentialversammlung, dass es essentiell für die evangelische Kirche sei, christlichen Glauben in der Gesellschaft neu ins Gespräch zu bringen. Dabei wünscht sich Miklas eine stärkere Außenorientierung, es gelte, das öffentliche Erscheinungsbild von Kirche auf allen Ebenen weiter zu verbessern. Miklas will auf nachhaltige Qualitätssicherung der kirchlichen Arbeit achten und „die Marke ´evangelisch´ in den verschiedenen Regionen der Steiermark gut etablieren“. Vor den Delegierten der Pfarrgemeinden forderte Miklas „mehr Mut zur Provokation“. Schon in der Vergangenheit hätten evangelische Christen immer wieder für Reformen gesorgt, indem sie sich „einmischten“. Tradition ist Miklas wichtig, dennoch gehöre zum Fortschritt auch, Unkonventionelles auszuprobieren und neue Wege zu beschreiten. Das Ins-Gespräch-Bringen des Glaubens gelänge dort am besten, „wo es natürliche Begegnungen zwischen Menschen gibt: am Arbeitsplatz, im Freundeskreis, beim Shoppen oder bei Freizeitaktivitäten“.

M. Mag. Hermann Miklas (58) ist seit 1999 Superintendent. Aufgrund der Begrenzung der Amtszeit auf 12 Jahre war eine neuerliche Wahl notwendig, der sich auch der bisherige Amtsinhaber stellen kann. Die Wahl, die Superintendentialkuratorin Evi Lintner leitete, erfordert eine Zweidrittelmehrheit. Die Amtseinführung des neuen Superintendenten ist für September geplant. Miklas will nach sieben Jahren in Pension gehen, kündigte er den Delegierten an. Auch dafür gibt es bereits Pläne: „Einen Hund anschaffen und einen Krimi schreiben“.

Die evangelische Kirche ist mit rund 42.500 Mitgliedern in 33 Pfarrgemeinden und fünf Tochtergemeinden die zweitgrößte Kirche der Steiermark. Die größten Gemeinden finden sich in Graz und im Ennstal, darunter auch die größte evangelische Pfarrgemeinde Österreichs (Graz-Heilandskirche mit über 6000 Mitgliedern).

Hermann Miklas ist gebürtiger Grazer. Er studierte evangelische Theologie in Wuppertal, Heidelberg und Wien, sein Vikariat absolvierte er in Voitsberg, wo er auch seine erste Pfarrstelle antrat, bevor er Pfarrer an der Lutherischen Stadtkirche in Wien wurde. 1999 wurde Hermann Miklas zum steirischen Superintendenten gewählt. Seit 1976 ist er mit Dr. Helene Miklas, Vizerektorin der Kirchlich Pädagogischen Hochschule Wien/Krems, verheiratet, 1981 wurde Sohn Peter geboren. Miklas ist seit vielen Jahren in zahlreichen steirischen und gesamtösterreichischen kirchlichen bzw. ökumenischen Gremien verankert. Berufsbegleitend hat der Superintendent 2005 bis 2007 ein Masterstudium für Organisationsentwicklung absolviert.

ISSN 2222-2464