Steirischer Superintendent für zweite Amtszeit eingeführt

Bischof Michael Bünker segnet Superintendent Hermann Miklas bei seiner Amtseinführung.
Bischof Michael Bünker segnet Superintendent Hermann Miklas bei seiner Amtseinführung.

Hermann Miklas wurde im März im Leitungsamt bestätigt

Graz (epdÖ) – Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Grazer Heilandskirche ist am Sonntag, 11. September, der steirische Superintendent Hermann Miklas durch Bischof Michael Bünker in sein Amt eingeführt worden. Im März hatten die Delegierten der steirischen Pfarrgemeinden den Superintendenten nach Ablauf der ersten, zwölfjährigen Amtsperiode mit überwältigender Mehrheit in seinem Leitungsamt bestätigt.

Die Gesellschaft habe ein Recht darauf, dass die Kirche das, was sie einzubringen hat, immer wieder neu sage, betonte Superintendent Miklas in seiner Predigt. Die Kirche solle mit ihren Beiträgen „die Fragestellungen unserer Zeit noch einmal in eine ganz neue, größere Perspektive rücken“. Miklas bemängelte, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck herrsche, Kirche würde sich an „Retro-Themen“ abarbeiten. Dabei stecke das Evangelium voller Dynamik. Religion dürfe nicht ihre positive Gestaltungskraft für die heutige Lebenswelt verlieren, mahnte der Superintendent. „Eine Welt ohne Gott könnte sehr schnell zu einer Welt ohne Ehrfurcht werden.“

Bünker: Das Ganze im Blick haben

In seiner Ansprache ging Bischof Michael Bünker auf den Auftrag der Kirche und der Kirchenleitung ein. „Kirche existiert nur als beauftragte Kirche, als Kirche in ihrer apostolischen Sendung, nämlich die Wahrheit des Evangeliums zu vertreten mit Gedanken, Worten und Werken.“ Da die Kirche aus fehlbaren Menschen bestünde, müsse die Kirchenleitung das Reden und Handeln der Kirche stets an diesem Maßstab prüfen und gegebenenfalls korrigieren. Dabei sei es ihre Pflicht, auf den Konsens und die Verständigung zu zielen und stets das Ganze der Kirche im Blick zu haben. „Hier geht es nicht um den Bau einer Hierarchie, sondern um die Gestalt und Gestaltung der einen Kirche Jesu Christi in der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich.“

Superintendentialkuratorin Evi Lintner konnte zu der Amtseinführung zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter des politischen Lebens und der Ökumene begrüßen, darunter etwa Landesrätin Bettina Vollath, VertreterInnen der israelitischen Kultusgemeinde sowie den römisch-katholischen Bischof der Diözese Graz-Seckau Egon Kapellari. Dieser bedankte sich bei Miklas für dessen Beitrag zum ökumenischen Klima in der Steiermark und verband dies mit der Hoffnung, dass die Zeit der Polemik zwischen den Kirchen „hoffentlich für immer vorbei ist“.
Die Liturgie des Gottesdienstes gestaltete Ortspfarrerin Ulrike Frank-Schlamberger, als Assistenten wirkten Superintendent Manfred Koch, Senior Gerhard Krömer und Senior Wolfgang Schneider. Musikalisch begleitet wurde die Feier von Diözesankantor Thomas Wrenger und dem Bläserkreis der Heilandskirche.

Hermann Miklas ist seit 1999 Superintendent der evangelischen Diözese Steiermark. Die evangelische Kirche ist mit rund 42.500 Mitgliedern in 33 Pfarrgemeinden und fünf Töchtergemeinden die zweitgrößte Kirche der Steiermark. In der evangelischen Kirche ist die Amtszeit für alle Ämter, darunter auch das des Superintendenten/der Superintendentin und des Bischofs/der Bischöfin, mit 12 Jahren begrenzt. Nach Ablauf der Amtszeit können sich die AmtsinhaberInnen erneut einer Wahl stellen.

Weitere Fotos von der Amtseinführung in druckfähiger Auflösung unter www.evang.at/themen/fotos. Bei Verwendung (honorarfrei) als Fotonachweis bitte epd/M. Uschmann angeben.

ISSN 2222-2464