Steirische Kirchen: Mit „Sonntagslicht“ auf „den“ Ruhetag hinweisen

Kerzenhalter und „Sonntagsbroschüre“ mit Tipps für einen erfüllten Tag

Graz (epd Ö) – Mit der Aktion „Sonntagslicht“ möchte die Diözese Graz-Seckau zu Beginn der Fastenzeit in Kooperation mit der Evangelischen Superintendentur den ruhigsten Tag der Woche wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen rücken. „Der Sonntag ist für alle Christen wichtig“, so der steirische Diözesanbischof Egon Kapellari am Aschermittwoch gemeinsam mit seinem evangelischen Amtsbruder, Superintendent Hermann Miklas. Bis zum 17. April wollen hunderte freiwillige Mitarbeiter mehr als 250.000 steirische Haushalte besuchen und das „Sonntagslicht“ – einen in der Steiermark gefertigten Kerzenhalter in Fischform, verziert mit Kreuz und Sonne – nebst einer Broschüre mit Sonntagtipps unter die Leute bringen.

Mit der Sonntags-Botschaft „Ihr seid mehr als Arbeitskräfte und Konsumenten“ wollen die beiden großen christlichen Kirchen den Tag des Herrn „als Dienst an der ganzen Zivilgesellschaft“ aufgewertet wissen, wie es der steirische Diözesanbischof Kapellari bezeichnete.

„Ein Tag in der Woche zum Ruhigwerden und Verschnaufen ist nicht nur etwas für Einsiedler, sondern ein wichtiges sozialmedizinisches Instrument für die Gesellschaft“, sagte der Bischof. Superintendent Miklas meinte, jede Kirche habe ihr eigenes Profil, aber der Sonntag sei allen ein gemeinsames Anliegen. Jegliche Sport- oder Vereinstätigkeit wäre oft nicht möglich ohne den Sonntag.

Neben den rund 250.000 Sonntagsleuchtern – die inklusive Verpackung in steirischen Betrieben zu einem Preis von einem Euro hergestellt wurden – verteilen die Kirchen rund 400.000 Heftchen mit dem Titel „Sonntag – Der Tag zum Leben“. Enthalten sind neben Gebeten und der Entstehungsgeschichte des Sonntags Tipps, die den Tag besser gestalten helfen sollen, wie die Familie zum Essen oder zum Plaudern zu versammeln, Einladungen auszusprechen oder die Wohnung mit kleinem Aufwand besonders zu schmücken.

Die Aktion solle auch auf jene ausstrahlen, die dem christlichen Glauben oder der Kirche distanziert gegenüberstehen, betonten die Initiatoren. Auf die Frage, ob man bei den Sonntags-Öffnungszeiten nicht gerade den großen Handelsketten ins Gewissen reden und den Dialog suchen sollte, meinten Kapellari und Miklas, es gebe ja z.B. die „Allianz für den freien Sonntag“. Auch die Gewerkschaften würden dieses Ziel unterstützen und selbst in der Wirtschaftskammer hätte z.B. der Kleinhandel kein Interesse an einer Sonntagsöffnung.

ISSN 2222-2464