St. Pölten: Amtseinführung des neuen katholischen Bischofs Alois Schwarz

„Es braucht die Ökumene der wahren Verwandtschaft“ – Superintendent Lars Müller-Marienburg und der neue St. Pöltner Bischof Alois Schwarz. Foto: Diözese St. Pölten
„Es braucht die Ökumene der wahren Verwandtschaft“ – Superintendent Lars Müller-Marienburg und der neue St. Pöltner Bischof Alois Schwarz. Foto: Diözese St. Pölten

Müller-Marienburg: „Kirchen brauchen einander wenn es ernst wird.“

St. Pölten (epdÖ) Alois Schwarz hat am Sonntagnachmittag, 1. Juli, sein Amt als Bischof der katholischen Diözese St. Pölten übernommen. Schwarz, der zuvor 17 Jahre an der Spitze der Diözese Gurk stand, betonte in seiner Predigt: „Als Bischof will ich ein Hörender sein.“ Er dankte seinem Vorgänger Klaus Küng: „Ich darf ernten, was du gesät hast.“

In seiner Antrittspredigt bat Schwarz um Vertrauen und sagte, er wolle das „missionarische Miteinander“ in der Diözese fördern. „Die Begleitmusik zu unserem gemeinsamen Start hat verschiedene Töne gehabt, und es schmerzt mich und ich bedaure, dass dadurch auch Verwirrung herrscht“, so Schwarz. Er versicherte, dass er sich als Bischof für Strukturen und Prozesse einsetze, „die jene Menschen, denen Leid und Schmerz widerfahren ist, nicht erneut zu Opfern machen. Die Debatte um Missbrauch und Gewalt fordert uns alle – uns als Kirche wie auch jede andere Gesellschaftsgruppe. Wir alle sind dazu aufgerufen, hinzuschauen, heute mehr denn je.“

Er werde sich mit all seinen Kräften für die Kirche in diesem Land und die Menschen in all ihren Nöten einsetzen, erklärte Schwarz. Er dankte seinem Vorgänger und den Verantwortlichen der Diözese und kündigte an, er werde den Weg weitergehen, den Klaus Küng „in so großer Ruhe und Bedächtigkeit gegangen ist“. Weiters dankte er jenen, die sich in den vergangenen Jahren für asylsuchende Menschen eingesetzt haben. Außerdem sprach er gesellschaftliche Fragen an – zur Sonntagsruhe meinte er etwa: „Wir brauchen gemeinsam geschützte freie Zeiten, damit wir das Leben auch feiern können.“

Superintendent Lars Müller-Marienburg betonte in seinem Grußwort, es brauche die „Ökumene der wahren Verwandtschaft, das Gebet der Geschwisterkirchen und das gemeinsame Einstehen in der Sache“. Man brauche einander, wenn es ernst werde. „Ich habe den Eindruck, gerade ist es ernst“, sagte Müller-Marienburg. So werde etwa der Grundsatz, dass das Leben aus Arbeit und Freizeit bestehe, infrage gestellt ebenso wie die „innerste Aufgabe der Kirchen, nämlich allen Hilfsbedürftigen zu helfen“. Die Arbeit von Caritas und Diakonie werde beargwöhnt, lange, vertrauensvolle Partnerschaften mit der öffentlichen Hand gefährdet. Gewohnte Gesprächskanäle, „scheinen sich zu verschließen“, so der Superintendent bei der Amtseinführung, an der auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner teilnahm.

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ISSN 2222-2464