Spendenparlament will „soziale Not“ öffentlich machen

Die Projektvertreterinnen des Verein Kama freuen sich über eine Förderung für ihr aktuelles Projekt (Foto: Spendenparlament).
Die Projektvertreterinnen des Verein Kama freuen sich über eine Förderung für ihr aktuelles Projekt (Foto: Spendenparlament).

Parlamentarier vergaben insgesamt 12.000 Euro für kleine Sozialprojekte in Wien

Wien (epdÖ) – Rund 12.000 Euro verteilte das Wiener Spendenparlament in seiner Sitzung am 9. November an innovative Sozialprojekte. Die Spendengelder gingen an das Don-Bosco-Projekt für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, an die Initiative „Kochen mit Kindern“ und an die Erweiterung des Wiener Lernzentrums der Wiener Lerntafel. Unterstützung erhielt außerdem der Verein „Socius“ für Informationsbroschüren für Armutsbetroffene sowie für die Entwicklung eines „Tu was Passes“.

„Erfreulich am Ergebnis ist, dass mit dem diesjährigen Spendenvolumen insgesamt bereits rund 190.000 Euro an Sozialprojekte von über 50 Initiativen in Wien ausgeschüttet wurden“, sagte Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie Österreich. In Wien seien tausende Menschen von Armut betroffen. Das Spendenparlament mache „soziale Not“ öffentlich. „Je größer die Anzahl der aktiven Mitglieder im Spendenparlament ist, desto höher ist die Unterstützung, desto mehr können wir gemeinsam bewegen.“

Ein Projekt des Wiener Spendenparlaments betreibt Bewusstseinsbildung bei jungen Menschen, um sie für gesellschaftliche Probleme zu sensibilisieren. Seit 2005 werden an Wiener Schulen Unterrichtsprojekte durchgeführt, in deren Rahmen sich die SchülerInnen mit der Arbeit des Wiener Spendenparlaments auseinandersetzen. Jede Klasse, die zumindest 75 Euro zur Verfügung stellt, erhält das Stimmrecht. In der Folge beschäftigen sich die Schulklassen mit aktuellen Projekten und machen sich dann untereinander aus, wie sie am Tag der Abstimmung entscheiden wollen.

Das Wiener Spendenparlament wurde 1998 gegründet. Die Idee dahinter ist, kleine Sozialprojekte, die auf Grund von mangelnden Ressourcen oder fehlendem Know-how geringe Chancen auf öffentliche Unterstützung hätten, zu fördern. So wurde unter anderem das mittlerweile erfolgreiche Projekt „Wiener Tafel“ durch das Spendenparlament unterstützt.

Der Verein, der derzeit rund 200 Mitglieder hat, setzt auf Demokratie, Transparenz und Regionalität. Mit einer Spende von 75 Euro kann jede und jeder ParlamentarierIn werden und bei der Ausschüttung der Spendenmittel mitentscheiden. Die Auswahl der Initiativen und das Ausmaß ihrer Förderung erfolgen in einer demokratischen Abstimmung. Das Spendenparlament wird von der Armutskonferenz unterstützt.

ISSN 2222-2464