Sibiu: Miklas für selbstbewusstes und offenes Miteinander der Kirchen

Sibiu (epd Ö) – „Ganz besonders wertvoll“ an der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu sind für den steirischen Superintendenten Mag. Hermann Miklas die Chancen der Begegnung mit der Orthodoxie. In einem Gespräch mit epd Ö sagte Miklas, zwar mache die Vielfalt der orthodoxen Welt es aus der Sicht der westlichen Kirchen schwer, sie zu verstehen, andererseits, so Miklas, „steht sie uns viel näher“, als wir annehmen. So gebe es nicht nur eine theologische Nähe zwischen orthodoxer und Römisch-katholischer Kirche, sondern durchaus auch eine Nähe zwischen orthodoxer und evangelischer Tradition in einer gemeinsamen Geschichte und Kultur.

 

Bedauernd äußerte sich der Superintendent über „eine gewisse protestantische Tendenz zur defensiv-jammernden Beschäftigung mit sich selbst“, die während der Ökumenischen Versammlung bisher gelegentlich bemerkbar geworden sei. Miklas regte dagegen „ein selbstbewusstes und offenes Miteinander der Kirchen auf gleicher Augenhöhe“ an.

 

Im Blick auf den Ablauf der Ökumenischen Versammlung wandte Miklas ein, die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen, sei begrenzt; durch lange Redebeiträge sei das Programm überfrachtet. Als „besonderes Geschenk“ zu werten sei dagegen der gute Zusammenhalt unter den Delegierten der österreichischen Kirchen, der bereits bei der Anreise mit dem Zug deutlich geworden sei.

 

ISSN 2222-2464