„Shalom! Music between Friends“ begeisterte das Publikum

Bischof Michael Bünker (Schlagzeug), Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg (Gesang), Abtprimas Notker Wolf (Querflöte) und Sektionschef Gerhard Steger (Gitarre) musizierten gemeinsam mit den Altenburger Sängerknaben unter der Leitung von Markus Pfandler im Stift Altenburg. (Foto: epd/Janits)
Bischof Michael Bünker (Schlagzeug), Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg (Gesang), Abtprimas Notker Wolf (Querflöte) und Sektionschef Gerhard Steger (Gitarre) musizierten gemeinsam mit den Altenburger Sängerknaben unter der Leitung von Markus Pfandler im Stift Altenburg. (Foto: epd/Janits)

Bischof, Oberrabbiner und Abtprimas musizierten im Stift Altenburg – Video auf youtube

Altenburg (epdÖ) – Zu einem einzigartigen und einmaligen Konzert versammelten sich Religionsvertreter und ein Sektionschef am 21. Mai im Stift Altenburg in Niederösterreich. Unter dem Motto „Shalom! Music between Friends …“ musizierten vor rund 400 Gästen der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker (Schlagzeug), Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg (Gesang), Abtprimas Notker Wolf (Querflöte) und Sektionschef Gerhard Steger (Gitarre und Saxophon). Altbekannte Pop-Hits wie „By the Rivers of Babylon“, Leonard Cohens „Halleluja“, „Go Down, Moses“ und „When I’m Sixty-Four“ standen ebenso am Programm wie das traditionelle Schabbat-Lied „Schalom Alejchem“. Das humorvolle jiddische Lied „As der Rebbe lacht“ sorgte beim Publikum für besonders große Begeisterung, die gemeinsame Tanzeinlage von Eisenberg und Wolf trug sicher wesentlich dazu bei.

„Die Musik ist eine Sprache, die alle Menschen verstehen, und sie ist die Sprache, die uns an dem Sündenfall vorbei aus dem Paradies gegeben wurde“, erklärte Michael Bünker. Bereits in der Bibel spiele Musik an manchen Stellen, etwa beim bekannten Mirjamlied, eine entscheidende Rolle, so der Bischof.

Abtprimas Wolf, der extra aus Rom angereist kam, zeigte sich begeistert von der Initiative. Dieses Konzert stelle auch ein Stück weit Vergangenheitsbewältigung dar. Der interreligiöse Dialog sei ihm seit vielen Jahren ein großes Anliegen. „Die Leute meinen, Dialog sei miteinander reden. Miteinander leben, miteinander Musik machen, miteinander sich freuen und auch gemeinsam Schicksale zu tragen, das macht’s aus“, betonte Wolf, der auch leidenschaftlicher Rockmusiker ist.

Oberrabbiner Eisenberg zeigte sich ebenfalls begeistert und lobte die Zusammenarbeit mit den anderen Musikern, speziell den Kindern. Auf das Lied „As der Rebbe lacht“ angesprochen, in dem es darum geht, den Rabbiner nachzuahmen, führte er aus: „Der jüdische Humor ist kein derber Witz, sondern man versucht auch eine Lehre hineinzulegen.“ Er habe übrigens dem Dalai Lama einen Korb gegeben, um auftreten zu können, ließ Eisenberg das Publikum wissen. Der Gastgeber, Abt Christian Haidinger, zeigte sich überwältigt von dem großen Interesse und der Bereitschaft der Musiker, bei dem Konzert mitzuwirken.

Die Musiker wurden unterstützt von den Altenburger Sängerknaben unter der Leitung von Markus Pfandler, der das gesamte Projekt betreute und für die Arrangements sorgte, sowie am Keyboard von Jakob Sint von der jüdischen Reformgemeinde Or Chadasch und von Marc Bruckner am Bass. Durch den Abend führte die Direktorin des Jüdischen Museums Wien, Danielle Spera. Hauptorganisator der Veranstaltung war Markus Himmelbauer vom „Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit“. Der Erlös des Abends dient der Erhaltung des jüdischen Friedhofs in Horn, der 107 Grabstellen umfasst. Bis 1938 gab es im Waldviertel eine jüdische Gemeinde.

Auf der Video-Plattform „Youtube“ zeigt ein kleiner Film die interreligiöse Band beim gemeinsamen Musizieren.

ISSN 2222-2464