Schumann: Pfarrberuf kann nicht ersetzt werden

Hauptversammlung des Vereins evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer tagte in Gosau

Gosau (epd Ö) – Zur sichtbaren evangelischen Kirche gehört der Beruf des Pfarrers und der Pfarrerin. Dieser könne in seinen Kernaufgaben „niemals ausgetauscht oder ersetzt werden“, unterstrich der Obmann des Vereins evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer (VEPPÖ), Stefan Schumann, vor der Hauptversammlung, die am Montag, 31. August, in Gosau tagte. Der Pfarrberuf sei geprägt von der mangelnden Trennung zwischen Berufs- und Privatleben, „Kennzeichen und zugleich Vorbedingung unserer Berufswirklichkeit“, ständiger Erreichbarkeit und Verfügbarkeit „über jedes typische Arbeitszeitkontingent hinaus“. Dies sichere, dass der „Pfarrberuf kein Job wird, sondern mit innerer Überzeugung und einem hohen Verantwortungs- und Berufsethos ausgeübt wird“.

Das bisher geltende „Treuverhältnis“ zwischen der Kirche als Dienstgeberin und den PfarrerInnen, das letztlich in einer hohen Absicherung der DienstnehmerInnen resultiere, sieht Schumann zunehmend gefährdet, wenn etwa Gehälter nicht mehr wertgesichert erhalten werden können oder Pensionen „einem Zeitgeist folgend, dem Spiel des freien Marktes unterworfen“ würden. Durch das Schwinden des Treueverhältnisses drohten „mangelnde Identifikation mit dem Ganzen, Rückzug in den inneren Bereich, Burnout“, skizzierte der VEPPÖ-Obmann. Die Gehälter auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wertgesichert zu halten, sei weiterhin wichtiges Verhandlungsziel. Entspannung gibt es bei der Krankenfürsorge: Durch die jüngsten Reformen konnte hier „der langfristige Bestand gesichert werden“. Dankbar zeigte sich Schumann gegenüber der Kirchenleitung für das „partnerschaftliche Verhältnis trotz der Divergenzen in Sachfragen“.

ISSN 2222-2464