Schumann: Einsparungen bei Studierenden „schmerzhaft und zynisch“

Längere Studiendauer und mehr Studienabbrüche befürchtet

Wien (epd Ö) – Der evangelische Pfarrer und Leiter des Wilhelm-Dantine-Hauses, Stefan Schumann, hat die Sparpläne der Regierung gegenüber StudentInnen als „schmerzhaft“ kritisiert. Dass auf dem Hintergrund der Einsparungen gleichzeitig die Forderung nach einem raschen Studienabschluss erhoben werde, sei „zynisch“, so der Leiter des evangelischen Studentenheims in Wien gegenüber epd Ö.

 

Die zu geringe finanzielle Ausstattung der Universitäten sorge für eine schlechte Ausbildungssituation. Als „Damoklesschwert“ hingen die Forderungen nach Zugangsbeschränkungen und der Wiedereinführung von Studiengebühren im Raum. Mit dem Sparbudget der Bundesregierung komme nun die dritte Bedrohung auf die Studierenden zu, indem der Bezug der Familienbeihilfe um zwei Jahre gekürzt und mit Vollendung des 24. Lebensjahres eingestellt werden soll. „Die Folgen sind eine noch längere Studiendauer und vermehrte Studienabbrüche“, befürchtet der Seelsorger. Da schon jetzt 62 Prozent der StudentInnen nebenbei jobbten, stelle sich die Frage, „wie ein zusätzliches Verdienen ohne noch stärkere Einschränkung des Studienfortgangs möglich sein soll“. Auch die Familien könnten aufgrund der Gesamtbelastung durch das Sparbudget nicht mehr einfach einspringen, um den Verlust von rund 2000 Euro jährlich wettzumachen. Zu bedenken sei zudem, dass auch weitere Leistungen an den Bezug der Familienbeihilfe gekoppelt seien, wie zum Beispiel die Freifahrt im öffentlichen Verkehr.

ISSN 2222-2464